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GLOBAL 2000: Lobau-Autobahn bricht EU-Recht!

PRESSEINFORMATION

Die Bohrergebnisse der Asfinag bestärken die Einwände von UmweltschützerInnen – Geplante Lobau-Autobahn widerspricht klar der FFH-Richtlinie


Wien (16. Mai 2007). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 widerspricht heftig der Aussage der Asfinag, wonach dem Bau der Lobau-Autobahn keine technischen oder geologischen Hindernisse im Weg stünden. Anlässlich des heutigen „Tag der offenen Tür“, bei welchem die Asfinag einige Bohrkerne von den Probebohrungen für die Lobau-Autobahn ausstellt, fasst Heinz Högelsberger, Geologe und Verkehrsreferent von GLOBAL 2000 die zu erwartenden Schwierigkeiten zusammen: „Die Bohrergebnisse der Asfinag strafen die vereinfachenden und teilweise falschen Darstellungen, wie sie beispielsweise in den großen Inseratenkampagnen der Stadt Wien im Vorjahr verwendet wurden, Lügen. Auch die Hoffnung der Asfinag, den Tunnel hauptsächlich im wasserdichten tertiären Schluff zu bauen, hat sich nicht erfüllt. Die Geologie unter der Lobau ist kleinräumiger und komplizierter, als erwartet.“ GLOBAL 2000 relativiert auch die Behauptungen der Asfinag, der Tunnel würde in einem tieferen Grundwasserhorizont geführt werden und damit keine Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Lobau haben. „Das ist insofern unrichtig, da der Tunnel sowohl beim Ab- als auch beim Auftauchen den oberen Grundwasserhorizont queren wird und eine massive Beeinträchtigung bewirken kann. Zudem gehört der tiefere – in tertiären Schichten angesiedelte – Grundwasserhorizont zu den strategischen Trinkwasserreserven von Wien. Auch hier kann der Lobau-Tunnel massive und irreperable Schäden anrichten“, warnt Högelsberger.

Da es sich bei der Lobau um ein Natura 2000-Gebiet handelt, müssten laut FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitatsrichtlinie) Alternativen außerhalb des Schutzgebietes geprüft werden. „Wie beim Projekt Donaubrücke Traismauer hat es nie eine Alternativenprüfung gegeben. Folglich sind sowohl die geplante Donaubrücke Traismauer als auch die geplante Lobau-Autobahn EU-rechtswidrig“, sagt Högelsberger und verweist auf die aktuelle Vertragsverletzungen, bei denen die EU-Kommission Österreich wegen Rechtsbrüche im Umgang mit Natura 2000-Gebieten an den Pranger gestellt hat. GLOBAL 2000 wird weiterhin den Bau der Lobau-Autobahn bekämpfen und wertet die dreijährige Verschiebung des Bau- und Fertigstellungstermins als ersten Erfolg.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000
Lydia Matzka, Presse, 0699/14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent, 01/812 57 30-38

letztes Update: 24.02.2009 16:25
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