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GLOBAL 2000 Studie: EU-Vorschlag zu Flugverkehr und Emissionshandel um Kerosinbesteuerung ergänzen!

PRESSEINFORMATION

Kostenwahrheit statt schlechtes Gewissen beim Fliegen


Wien (4. September 2007). Der Flugverkehr in der EU wächst jährlich um sechs Prozent und ist damit die am schnellsten wachsende CO2-Emissionsquelle. Die Folgen für das Klima sind dramatisch, Fliegen ist 50mal schädlicher für das Klima als Bahnfahren. Hilfe für das Klima soll der Emissionshandel für den Flugverkehr bringen. Heute diskutiert der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments einen entsprechenden Vorschlag für Flüge von oder in die EU ab 2012. Allerdings helfen diese Vorschläge dem Klima nur wenig, wie eine von GLOBAL 2000 und Partnerorganisationen beauftragte Studie belegt. GLOBAL 2000 Klimareferentin DI Silva Herrmann: „Der derzeitige EU-Vorschlag ist vollkommen unzureichend und muss angesichts der rasant steigenden CO2-Verschmutzung durch den Flugverkehr unbedingt verschärft werden! Österreich muss hier aktiv in die Beschlussfassung eingreifen und Verbesserungen einfordern.“

Der EU-Emissionshandel umfasst derzeit rund 45% der CO2-Verschmutzung in der EU. Diese stammen aus Industrieanlagen und E-Wirtschaft. Anlagen, die unter den Emisssionshandel fallen, müssen ausreichend Berechtigungen für ihren CO2-Ausstoß haben. Wird mehr ausgestoßen, müssen Zertifikate zugekauft oder Strafe gezahlt werden. Die Studie, ausgearbeitet von ExpertInnen des renommierten Tyndall Centre, kommt zu dem Ergebnis, dass die bei Flügen derzeit angepeilten Preise von weniger als 50 Euro pro Tonne CO2 viel zu niedrig sind, um die Nachfrage nach Flügen zu reduzieren. Sogar Preise in Höhe von 300 Euro pro Tonne würden nur zu einem moderaten Anstieg der Ticketpreise führen. Der Flugindustrie fehlen somit die Anreize, Effizienzverbesserungen im Flugverkehr umzusetzen. „Wir brauchen in jedem Fall endlich eine angemessene Kerosinbesteuerung. Würde Kerosin in der EU so wie Diesel und Benzin besteuert, würde dies Steuereinnahmen von rund 35 Milliarden Euro pro Jahr bedeuten. BM Pröll darf hier nicht darauf warten, dass andere handeln, sondern muss selbst aktiv werden. Eine Erhöhung der Kerosinbesteuerung in Österreich ist jederzeit möglich, ebenso bilaterale Abkommen mit anderen Ländern. Eine Klimastudie des Umweltministeriums hat ergeben, dass das mehr Vorteile als Nachteile hätte. Dies würde, kombiniert mit einer europäischen Verhandlungsinitiative, das richtige Signal nach Europa senden,“ so Herrmann.

GLOBAL 2000 fordert daher:
Die Einbindung des Flugverkehrs in den Emissionshandel ab 2010 statt ab 2011/2012.
Eine Versteigerung der CO2-Rechte statt kostenloser Verteilung an die Flugindustrie.
Eine österreichische Initiative für Kerosinbesteuerung (Erhöhung der österreichischen Kerosinbesteuerung, Abschlus bilateraler Abkommen mit anderen EU-Staaten, Verhandlungsinitiative in der EU).
Eine Mehrwertsteuer für Tickets von Auslandsflügen.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Klimareferntin DI Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17
GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, ruth.schoeffl@global2000.at

letztes Update: 24.02.2009 16:26
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