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  • 27.01.12
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GLOBAL 2000: Urwaldschutz ist Klimaschutz

PRESSEINFORMATION

Agro-Treibstoffe bedrohen den Regenwald und sind kein wirksamer Klimaschutz


Wien (26. November 2007). Im Vorfeld der Klimakonferenz in Bali fordert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 von der internationalen Staatengemeinschaft verstärkte Anstrengungen im Urwaldschutz. Denn Urwaldschutz ist Klimaschutz. Silva Herrmann, Klimareferentin von GLOBAL 2000, dazu: „Es genügt nicht mehr, einzelne Nationalparks einzurichten. Wir fordern für die internationale Klimakonferenz eine globale Anstrengung gegen die Ausbeutung der Regenwälder. Dafür müssen die Länder der Tropen von den Industriestaaten Kompensationen erhalten. Wir brauchen konsequenten Urwaldschutz. Mehr Agrotreibstoffe im Tank sind aber genau das Gegenteil.“ Denn die aktuell schlimmste Bedrohung für den Regenwald besteht in riesigen Soja-, Palmöl und Zuckerrohr-Plantagen für Futtermittel und Biodiesel-Produktion. Die Produkte werden nach Europa und in die USA exportiert und tragen zur Klimazerstörung bei. Der Anbau von Soja, Palmöl oder Zuckerrohr auf Regenwaldflächen hat dramatische Folgen für das Klima: Denn diese Kahlschläge unterbrechen den Wasserkreislauf, der Grundwasserspiegel sinkt, die Bäume sterben ab und der Wald trocknet aus. Die starken Regengüsse, die zuvor durch ein dichtes Blätterdach aufgefangen wurden, waschen jetzt den Boden aus und lassen einen an Nährstoffen verarmten Boden zurück. Gleichzeitig steigt durch die Trockenheit die Gefahr verheerender, durch Blitzschlag ausgelöster Waldbrände, die im gesunden Regenwald nicht vorkommen.

GLOBAL 2000 befürwortet die umweltgerechte Nutzung der heimischen Biomasse, fordert aber gleichzeitig eine differenzierte Betrachtung: „Biomasse ist eine knappe Ressource und sollte daher möglichst wirksam für den Klimaschutz eingesetzt werden“, so Silva Herrmann. Intensiver Energiepflanzenanbau ist definitiv der falsche Weg. Biomasse in der Wärme- sowie der gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung ist bis zu drei Mal effizienter und kann wesentlich kostengünstiger eingesetzt werden als bei der Erzeugung der derzeit genutzten Agro-Treibstoffe Biodiesel und Bioethanol. Durch die Produktion und Verarbeitung von Energiepflanzen werden große Mengen an Treibhausgasen emittiert. Die Klimawirksamkeit des fertigen Produktes Agrodiesel führt damit nur zu einer einprozentigen Reduktion der Klimagase pro Kilometer. Wer wirksamen Klimaschutz betreiben will, wählt andere Maßnahmen. Wie eine GLOBAL 2000-Studie belegt, würde allein ein Tempolimit von 110km/h auf Autobahnen und 80km/h auf Landstraßen mehr Klimaschutz bringen als die aktuelle Beimischung. Die Hälfte der vom Umweltbundesamt berechneten Einsparungen an Treibhausgasen durch eine fünfprozentige Agrarsprit-Beimischung wird allein durch den Mehrverbrauch der 200.000 SUVs und Geländeautos in Österreich wettgemacht. Würden alle PKW in Österreich nur mehr 120 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren, wäre die Treibhausgaseinsparung rund sieben bis neun Mal höher als durch die Biosprit-Beimischungen.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 : Klimareferentin DI Silva Herrmann, 0699/14 2000 17
GLOBAL 2000 Presse: Mag. Lydia Matzka-Saboi, Mag. Ruth Schöffl, 0699/14 2000 19, presse@global2000.at

letztes Update: 24.02.2009 16:26
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