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GLOBAL 2000 warnt: EU Rohstoffstrategie gefährdet Mensch und Umwelt
Österreich beim Ressourcenverbrauch im Spitzenfeld, Tendenz steigend
(Wien/Brüssel, 2. Februar 2011). Heute wird in Brüssel die 'Rohstoffinitiative der Europäischen Kommission' vorgestellt, die europäischen Unternehmen den Zugang zu Rohstoffen sichern soll. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt, dass dies auf Kosten von Mensch und Umwelt in den so genannten Entwicklungsländern geht. „Jetzt, wo die Ressourcen knapp werden, beginnt ein gnadenloser Wettlauf um die Reserven. Anstatt den Ressourcenverbrauch drastisch zu reduzieren und Rohstoffe wieder zu verwenden, kümmert sich Europa um die Sicherung des Ressourcenzugangs.“Wir brauchen eine Kehrtwende hin zu einer deutlichen Reduktion des Verbrauchs und zu Konzepten der Wiederverwertung“, fordert Lisa Kernegger, Ökologin von GLOBAL 2000.
Europas enormer Ressourcenhunger hat verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.Viele der in Europa verwendeten Ressourcen sind importiert. „Wir in Europa konsumieren dreimal so viele Ressourcen wie die EinwohnerInnen Asiens und viermal so viele wie jene Afrikas. Keine andere Weltregion ist so abhängig von Ressourcenimporten wie Europa. Die Umweltschäden, die beim der Rohstoffgewinnung entstehen, wie Verschmutzung sowie die Zerstörung ganzer Lebensräume, werden von den Verbraucherländern in die Exportländer verlagert”, erläutert Kernegger.
Europa braucht Trendwende beim Ressourcenverbrauch
Die heute vorgestellte 'Rohstoffinitiative der Europäischen Kommission', die europäischen Unternehmen den Zugang zu wichtigen Rohstoffen sichern soll, wird die Situation nicht verbessern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie etwa Freihandelsabkommen, können so genannten Entwicklungsländern wichtige Instrumente nehmen, die sie benötigen, um im eigenen Land Entwicklungen zu steuern. „Am eigentlichen Problem, dass wir seit Jahrzehnten von allem immer mehr verbrauchen und, dass das in einem endlichen System wie unserer Erde auf Dauer nicht möglich ist, wird auch eine aggressive EU-Handelspolitik nichts ändern“, so Kernegger.
Der enorme Ressourcenverbrauch Europas steht wohl auf der EU-Agenda, doch verbindliche Maßnahmen, diesen zu reduzieren, bleibt die EU schuldig. „Wir werfen jährlich in Europa Ressourcen in Form von Abfall im Wert von über fünf Milliarden Euro weg. Damit sind wir weit entfernt von einer nachhaltigen Ressourcennutzung. Was wir dringend brauchen ist eine Trendwende, nicht zuletzt um weniger abhängig von importierten Ressourcen zu sein“, so Kernegger.
Österreich beim Ressourcenverbrauch im Spitzenfeld
Österreich liegt beim Ressourcenverbrauch pro Kopf mit 57 Kilogramm pro Person und Tag im europäischen Spitzenfeld, direkt nach Irland, Finnland und Dänemark. Seit 2001 erlebt die Ressourcenintensität der österreichischen Wirtschaft einen Anstieg. In Österreich ist – anders als im Rest der EU – der Ressourcenkonsum und somit die Abhängigkeit von importierten Ressourcen allein in diesem Jahrzehnt um etwa 20 Prozent gestiegen. „Wir müssen sowohl politisch strukturelle als auch technologische Maßnahmen setzen. Ressourcenschonung durch innovatives Produktdesign, das auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit setzt, soll gefördert werden. Die Wegwerfgesellschaft darf keine Zukunft haben, weil wir uns sonst unserer Lebensgrundlagen berauben“, so Kernegger.
Kontakt:
Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23, presse@global2000.at















