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AKW als Klimaschutz?
Präsident Barack Obama hat seine bereits im Januar im Kongress vorgestellten Pläne zum Bau neuer Kraftwerke konkretisiert und der Atomwirtschaft staatliche Milliardenkredite in Höhe von acht Milliarden Dollar zugesagt. Mit den Krediten sollen erstmals seit 30 Jahren zwei Reaktoren im Bundesstaat Georgia gebaut werden. Es ist aber ein fataler Irrtum zu glauben, Atomkraft wäre klimaneutral. Während der gesamten nuklearen Brennstoffkette wird mehr Treibhausgas ausgestoßen als bei der Nutzung erneuerbarer Energieformen. Die fossile Energietechnik durch die enorm risikoreiche Atomkraft zu ersetzen, ist wie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen.
Atomkraft verhindert Klimaschutz
Immer wieder wird von der Atomlobby behauptet, Atomkraft sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Energiemix, wenn es um die Reduzierung der CO2-Emissionen geht. Die Wahrheit ist aber: Atomkraft ist keine Lösung für das Klimaproblem. Mehr noch: Sie verhindert die Entwicklung nachhaltiger Klimaschutzstrategien.
Bei der internationalen Klimakonferenz in Bonn im Juli 2001 wurde daher entschieden, dass Atomprojekte als Klimaschutzmaßnahme vom Kyoto-Protokoll ausgeschlossen sind. Das gilt zumindest für die erste Kyotoperiode bis 2012.
Atomkraft bleibt weiter hinter dem weltweiten Energiebedarf zurück
Derzeit liegt der Anteil der Atomkraft am weltweiten Energieverbrauch bei knapp 3 Prozent. Der atomare Kraftwerkspark ist überaltert. Das Durchschnittsalter der heute laufenden Reaktoren beträgt rund 21 Jahre. Um in den nächsten 20 Jahren diesen Anteil zu halten, mussten etwa 280 neue AKWs gebaut werden, denn so viele müssen aus Altersgründen demnächst vom Netz. Das heißt: Alle 3-4 Wochen müsste ein neues AKW gebaut werden.
Atomkraft produziert Treibhausgase
Das Hauptargument der Atomindustrie – bei der Erzeugung von Atomstrom werde kein CO2 emittiert – hat sich als falsch erwiesen. Eine Analyse des deutschen Öko-Instituts zeigt, dass durch die Verwendung fossiler Energie während der gesamten nuklearen Brennstoffkette mehr CO2 entsteht als bei der Nutzung Erneuerbarer Energien. Die fossilen Brennstoffe werden vor allem beim Uranabbau und der Umwandlung des Uranerzes zu Kernbrennstoff benötigt.
Atomkraft behindert Entwicklung umweltfreundlicher Maßnahmen
Zukünftige Investitionen in Kernenergie verzögern Investitionen in Effizenzmaßnahmen und behindern nachhaltige und ressourcenschonende Lösungen, wie beispielsweise Wind, Sonne, Biomasse und Ausbau der Geothermie. Jeder Euro, der in Atomkraft investiert wird, könnte bis zu 10 Mal mehr CO2-Einsparung bringen, wenn er in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz fließen würde. Vor diesem Hintergrund verblasst die Mär der Atomlobby, Atomkraft sei die Lösung des Klima- und Energieproblems. Der US-Präsident ist gut beraten, nicht auf die Märchen der Atom-Lobbyisten hereinzufallen. Auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu setzen ist die einzige Möglichkeit, um Treibhausgase zu reduzieren und das Klima zu schützen















