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Atomkraft in Rumänien


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Atomenergienutzung

Rumänien hat zwei Reaktorblöcke in Cernavoda in Betrieb, die rund 18 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes liefern. Erst 2007 ist der zweite CANDU-Reaktor am Standort Cernavoda in Rumänien nach langer Bauzeit und mit kräftiger Unterstuetzung durch EURATOM in Betrieb gegangen. Der Bau der beiden kanadischen Deuterium-Uran Reaktoren wurde noch in der Mitte der 1980-er Jahre beschlossen und begonnen.

Die in Cernavoda betriebenen CANDU-Reaktoren sind in Kanada entwickelte Schwerwasserreaktoren. Dieser Reaktor Typ kann sowohl mit Natururan (nicht angereichert) oder leicht angereichertem Uran betrieben werden. Für Rumänien, das selbst Natururan produziert, ist dieser Umstand ein wichtiges Argument bei der Typenentscheidung. Eine Besonderheit dieses Reaktor-Typs ist die Möglichkeit die Brennelemente zu tauschen während der Reaktor in Betrieb ist. Der Reaktortyp ist dafür bekannt, Tritium in größeren Mengen als Leichtwasserreaktoren freizusetzen.

Ein Konsortium aus sechs internationalen Konzernen soll für das rumänische Atomkraftwerk Cernavoda zwei neue Atomreaktoren bauen. Der italienische Stromkonzern Enel, die deutsche RWE, Electrabel (Belgien), Iberdrola (Spanien) CEZ (Tschechien) und Arcelor Mittal Romania haben von der rumänischen Atomenergiebehörde 2008 den Zuschlag für den Auftrag mit einem Volumen von 2,3 Mrd. Euro erhalten – aber schon im März 2009 wurden die Kosten auf 4 bis 5 Milliarden Euro geschätzt. Der Baubeginn für die beiden Atomreaktoren mit einer installierten Leistung von jeweils 700 MW ist für 2009 vorgesehen, die Fertigstellung für 2014 beziehungsweise 2015. Der 2007 in Cernavoda in Betrieb genommene Block 2 soll als Referenz dienen. Die Blöcke 3 und 4 am Standort Cernavoda mit einer Gesamtleistung von mehr als 1.400 MW sollen im Jahr 2016 zeitversetzt in Betrieb gehen. 

Atompolitische Debatte

Noch aus der Zeit der Ceaucescu-Diktatur stammt die atomfreundliche Energiepolitik, die maximale Unabhängigkeit vom Ausland im AKW-Betrieb anstrebte. So kam es zur Entscheidung für eine spezielle Technologie mit Natururan, das aus rumänischen Minen stammt.

Im Zuge der Entdeckung der osteuropäischen AKWs als neues Betätigungsfeld für die europäische Nuklearindustrie, gewährte die EU im Jahre 2004 einen EURATOM-Kredit über 223,5 Mio. € für die Errichtung des Blocks 2 in Cernavoda, obwohl dieser den eigenen Kriterien der EU-Kommission widerspricht! Denn hier geht es um den kompletten Neubau eines kanadischen Reaktortyps und nicht um Sicherheitsverbesserungen.

Kritiker weisen darauf hin, dass Rumänien vor jeder Investition in den Neubau von Kraftwerken in Energieeinsparung und Energieeffizienz investieren solle. Rumänien verbraucht im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ungefähr 50 Prozent mehr Energie und produziert fünf Mal mehr Treibhausgase als der EU-Durchschnitt.

Anti-Atom-Proteste

In Rumänien gab es 1986, nach dem Super-GAU in Tschernobyl, Proteste gegen den begonnenen Bau des ersten Blocks in der Region. Mit den Ausbauplänen hat auch der Protest in Rumänien zugenommen, so protestierte Greenpeace Rumänien mit einer Anzeigenreihe und dem Aufruf ´...but you don´t have to´. Damit sollten die Stromkunden überzeugt werden, dass sie Atomenergie nicht nutzen müssen. Die Anzeigenmotiven zeigen mutierte Stofftiere mit dem Slogan ´Say no to nuclear energy!´. Auch in Deutschland protestierten Umweltaktivisten wiederholt gegen die Beteiligung von RWE an dem Risikoprojekt.

Der Anteil der Atomenergie am Gesamtstrom beträgt rund 18 Prozent.

Standort Cernavodă

Blocknr Typ Nettoleistung Inbetriebnahme
Block 1 Schwerwasserreaktor CANDU
650 MW
07/1996
Block 2 Schwerwasserreaktor CANDU
650 MW
08/2007
Block 3 Schwerwasserreaktor CANDU 655 MW In Bau 1984-1990;
Weiterbau geplant
Block 4 Schwerwasserreaktor CANDU 655 MW In Bau 1985-1990;
Weiterbau geplant
Block 5 Schwerwasserreaktor CANDU 655 MW In Bau 1987-1990;
Weiterbau geplant

Störfälle (Auswahl): 2010 Kühlmittelverlust in Block 2

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letztes Update: 22.07.2011 11:13
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