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Atomkraft in Slowenien
Atomenergienutzung
In Slowenien ist ein Druckwasser-Atomreaktor am Standort Krsko in Betrieb und produziert 41 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes. Nach dem politischem Zerfall Jugoslawiens gab es mehrfach Konflikte um die Frage des Eigentums am AKW. Die Betreibergesellschaft wird heute je zur Hälfte von Slowenien und Kroatien gestellt. Eine Lösung der Atommüllproblematik ist auch in Slowenien nicht in Sicht.
Atompolitische Debatte
In den 1980er Jahren existierten Pläne zum Ausbau der Atomkraft am Standort Krsko. In den 90er Jahren beschloß Slowenien aber einen Langzeit-Ausstieg aus der Atomenergie an. 2006/2007 wendete sich das Blatt, mehr und mehr Stimmen wurden laut für einen Ausbau der Atomkraft. Mit der Wahl 2008 wurde eine atomfreundliche Regierung gewählt und in dem 2009 veröffentlichten Grünbuch zur Energieversorgung findet sich der Ausbau des Standorts Krsko ebenso verankert wie in der Koalitionsvereinbarung. Allerdings soll erst eine Volksabstimmung, voraussichtlich im Frühling 2010, eine Entscheidung bringen.
Die geplanten Investitionen betragen mindestens 2,5 Milliarden Euro. Der zweite Reaktor soll eine Leistung zwischen 1200 MW und 1600 MW haben, der Baubeginn soll im Jahr 2013 erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für 2017 geplant. Für den bestehenden Block soll geprüft werden, die Betriebserlaubnis bis 2043 zu verlängern.
Anti-Atom-Proteste
Ab 1985 kamen Proteste gegen die Atommülllagerung in Krsko auf. Im Frühjahr 1986 entstand ein Runder Tisch ‚Atomenergie’ unter Beteiligung internationaler AtomenergiegegnerInnen. Dieser bekam nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl Aufwind und richtete sich zunächst gegen den Ausbau der Atomanlage und erst später auf die AKW-Schließung. Im Frühling 1988 wurden erstmals Forderungen zur Schließung des AKWs Krško von der internationalen NGO-Initiative „Alpen Adria“ laut.
Im April 1990 wurden die Hoffnungen auf eine baldige Schließung (Rahmen: 2 bis 5 Jahre) des AKWs gestärkt, als die slowenischen Grünen innerhalb der Koalition der neuen Parteien in die Regierung kamen. Da aber nach 5 Jahren immer noch kein verbindlicher Schließungstermin in Sicht war, startete der grüne Parlamentarier Leo Seserko eine Unterschriftenaktion, um eine Volksabstimmung über die Stilllegung von Krško zu erreichen. Doch leider gelang es ihm weder die 30 Abgeordnetenunterschriften für eine parlamentarische Initiative noch die 40.000 Unterschriften von slowenischen Staatsbürgern für eine Volksabstimmung zu sammeln.
Ein Störfall im AKW Krsko im Jahr 2008, bei dem europaweiter Alarm ausgelöst wurde, verstärkte die Besorgnis über einen Ausbau. GLOBAL 2000 überprüfte umgehend vor Ort, ob Radioaktivität ausgetreten war – was glücklicherweise nicht der Fall war. Auch die slowenischen Partner überprüften vor Ort.
Mit den Ausbauplänen haben vor allem die Organisationen Focus und Greenpeace ihre Aktivitäten verstärkt. Sie kooperieren dabei auch stark mit der GLOBAL 2000 Partnergruppe in Kroatien. Im April 2009 überreichte Fokus der Regierung ein „alternatives Grünbuch zur Energiepolitik“ um zu zeigen, daß ein Ausbau der falsche Weg ist.
Atommüll
Ein möglicher Standort für ein geplantes Atommülllager wird in den Petzenstollen bei Crna (nahe Kärnten) erkundet.
Der Anteil der Atomenergie am Gesamtstrom beträgt 41 Prozent.
Standort Krško
| Blocknr | Typ | Nettoleistung | Inbetriebnahme |
| Block 1 | Druckwasserreaktor |
666 MW |
10/1981 |
Hochrisikoreaktor, Erdbebengebiet
Störfälle (Auswahl): 1989 - Ein Druckentlastungsventil bleibt nach einer Störung in offener Stellung stecken, radioaktiv verseuchtes Wasser tritt aus, die Notkühlung wird zugeschaltet. Nachdem das Ventil unter Kontrolle gebracht wird, wird das ausgetretene Wasser in den nahe gelegenen Fluss „entsorgt“.
2008 - Verlust von Kühlmittel im Primärkreislauf, das im Containment aufgefangen werden kann.
Links
Übersichtsartikel Atomkraft in Slowenien
Umweltschutzorganisation Focus zur Atomkraft (slowenisch)
Slowenische Atomaufsichtsbehöte
Hier geht's zur interaktiven AKW-Europakarte
Weitere Atomkraftwerke














