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Tödliches Uran
Die Folgen des Uranabbaus im Niger
Der Niger ist einer der fünf größten Uranproduzenten weltweit und gleichzeitig das viertärmste Land der Welt (Human Development Index). 17 % der europäischen Uranimporte zum Betrieb von Kernkraftwerken stammen aus dieser Region. Im Gegensatz dazu haben im Niger 90 % der Bevölkerung keinen Anschluss an Elektrizität.
Keine Schutzkleidung für Minenarbeiter
Die Minenarbeiter müssen für einen Hungerlohn von umgerechnet 35 Euro im Monat, ohne ordnungsgemäße Schutzkleidung und unter verheerenden Arbeitsbedingungen arbeiten. Der Kontakt mit radioaktivem Material, sowohl in den Minen selbst als auch in den Häusern der ArbeiterInnen, verursacht vielfältige Gesundheitsschäden. ArbeiterInnen, die krankheitshalber vorübergehend arbeitsunfähig sind, werden entlassen. Krankenversicherung besitzen sie keine.
Kinder spielen mit Abfall aus den Uranminen
Das öffentliche Trinkwasser ist verstrahlt. Radioaktive Abfälle aus den Uranminen liegen herum. Kinder sammeln diese „funkelnden Steine“, um damit zu spielen.
Altmetall, das in den Uranminen ausgedient hat, findet sich auf den Märkten und umfunktioniert zu Kochtöpfen oder als Tür- und Fensterrahmen in den Häusern der BewohnerInnen wieder.
Krebserkrankungen in Region angestiegen
Die BetreiberInnen der Uranminen leisten keinerlei Aufklärungsarbeit. Der Anstieg von Krebserkrankungen in der Region wird von staatlicher Seite totgeschwiegen. Obwohl es schon Untersuchungen der regierungsnahen Kommission "Commission nationale des droits de l'homme du Niger" (CNDH) über die Auswirkungen und Folgen des Abbaus von Uran im Norden des Landes gegeben hat, hat die Regierung bisher keinerlei Maßnahmen zur Verringerung der Strahlenbelastung der Bevölkerung oder zur Verbesserung der Wasserversorgung ergriffen.
Die Uranpreise steigen massiv an, neue Abbaugebiete sollen erschlossen werden. Im Niger ist eine Ausweitung des Uranabbaus um das Dreifache geplant. AREVA will bis Ende 2010 die Mine in Imouraren (südlich von Arlit) ausbauen. Grund dafür ist der Glaube an eine Renaissance der Atomkraft in Europa.
Profit aus der Uranausbeutung in Arlit und Umgebung ziehen vor allem internationale Konzerne, allen voran der französische Energiekonzern AREVA. Für die Stadt selbst und deren Bevölkerung bleiben nur die verheerenden Auswirkungen des Uranabbaus auf Umwelt und Gesundheit.















