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Vier Beispiele zur Sanierung eines Durchschnittshauses
Am Beispiel eines österreichischen Durchschnittshauses berechnet GLOBAL 2000 die Auswirkung von vier Varianten einer Sanierung auf Energieverbrauch, CO2-Emissionen und die Geldbörse. Bei thermischen Sanierungen gibt es einige Faustregeln: 1) Heizsystem erst nach Dämmung wechseln, weil sonst die Heizung völlig überdimensioniert und somit ineffizient ist. 2) Eine umfassende, einmalige thermische Sanierung ist besser als Einzelsanierungen. Ist dies nicht möglich, sollten die Sanierungsschritte mit eine/m/r EnergieberaterIn besprochen werden. 3) Ökologische Dämmstoffe verwenden. 4) Fenstertausch immer mit Dämmung der Aussenwand verbinden: Ansonsten besteht die Gefahr von Schimmel. 5) Umfangreiche Förderungen der Länder und bald auch des Bundes wahrnehmen. Damit sollte mindestens 1/3 der Sanierungskosten gedeckt sein.
Voraussetzung: Einfamilienhaus, zweistöckig, 4 Personen, Baujahr: 1970, 150m2, Ölheizung, unsaniert. Berechnung mit einem Ölpreis vom 40-120 Dollar pro Barrel. Im Februar 2009 lag der Preis pro Barrel bei 40 Dollar, im Juli 2008 jedoch bei 140 Dollar.
Variante 1: Vollsanierung (Außenwand, Fenster, oberste Geschossdecke, Kellerdecke) und neues Heizsystem (Pelletsheizung)
Kosten: ca. 50.000 Euro
Förderung: mind. 17.000 Euro
Einsparung Energie: ca. 80%
Einsparung Heizkosten pro Jahr: 1400 Euro – 4200 Euro
CO2-Einsparung für Wärmebereitstellung: 100%
Mit vollständiger CO2-Reduktion sicherlich die ökologisch beste Lösung. Zudem ist die Amortisationsdauer mit 10-15 Jahren gering.
Variante 2: Sanierung (Außenwand, oberste Geschossdecke, Fenster abdichten, nicht tauschen), kein Heizkesseltausch
Kosten: ca. 30.000 Euro
Förderung mind. 10.000 Euro
Einsparung Energie: ca. 70%
Einsparung Heizkosten pro Jahr: 1000 Euro – 3000 Euro
CO2-Einsparung für Wärmebereitstellung: 70%
Der Vorteil dieser Variante liegt in der hohen Einsparung von Energie und Emissionen. Auch hier ist die Amortisationsdauer gering. Die Ölheizung wird aber weiterhin Emissionen produzieren. Pellets sind zudem billiger als Öl (vor allem wenn sich dieses weiter verknappt. Das gleich gilt auch für Erdgas) und versorgungssicherer.
Variante 3: nur Fenstertausch
Kosten 20.000
Einsparung Energie: 25%
Einsparung Heizkosten pro Jahr: 500 Euro – 1500 Euro
CO2-Einsparungen: 25%
Das ist eine häufige Form der Sanierung, die aber relativ wenig bringt, vergleichsweise teuer ist und in manchen Fällen zu Schimmelproblemen führen kann. Der staatliche Förderanteil ist bei dieser Variante schwer zu bestimmen, da in vielen Bundesländern und ggf. auch über die Bundesmittel Einzelmaßnahmen nicht in gleichem Masse oder gar nicht gefördert werden.
Variante 4: Nur Dämmung der obersten Geschossdecke
Kosten 3.000 Euro
Einsparung Energie: 20%
Einsparung Heizkosten pro Jahr: 400 Euro – 1200 Euro
CO2-Einsparung: 25%
Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist wichtig, weil warme Luft über die oberste Geschossdecke in den kalten Dachboden entweicht. Eine gute Variante, wenn man mit thermischen Sanierungen beginnen will und wenig Geld zur Verfügung steht. Die Kosten für eine solche Dämmung sind tief und die Investition amortisiert sich in rund 3-5 Jahren.















