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Der Strom-Filz in Österreich

Im nationalen Selbstbild ist Österreich frei von Atomkraft – 1978 gelang es, mit dem AKW Zwentendorf diese Form der Stromgewinnung in Österreich zu verhindern. Gleichzeitig ist der österreichische Strom in diesem Selbstbild großteils Grünstrom und kommt aus Wasserkraftwerken wie dem nationalen Identifikationskraftwerk Kaprun.

Österreich 2010: Aufbringung = Verwendung gesamt 90 972 GWh 

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  GWh %
Wasserkraft 41.572 45,70
Wärmekraft 27.346 30,06
Windkraft/PV/Geothermie 2.157 2,37
Import 19.898 21,87
Verwendung gesamt 90.972
100

Ein Fünftel des österreichischen Stroms kommt aus Ländern mit Atomstromerzeugung, Deutschland und Tschechien. Wenn man hier – mangels genauerer Angaben – den europäischen Durchschnitts-Strommix annimmt (mit lt. ElWOG 35,08 % Atomstrom im Mix), kommt man auf mindestens 7,7 % Atomstrom in Österreich oder der Strommenge, die zwei Atomreaktoren pro Jahr liefern, bei realistischer Abschätzung der Handelsverträge jedoch weitaus mehr. Ein weiteres Drittel des österreichischen Stroms kommt aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. 

Alles öko oder was?

Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird in Österreich wie gezeigt in beachtlich großer Menge produziert und verkauft. Zusätzlich gibt es aber die Möglichkeit für Stromhändler, „konventionellen“ Strom mittels Kauf von billigen Stromnachweisen als Grünstrom zu vermarkten. Auch Atomstrom kann mit einem Grünstrom-Herkunftsnachweis „veredelt“ werden. 

Schließlich sind viele Grünstrom-Anbieter die Tochterfirmen von konventionellen Anbietern (oder die „grünen“ Konzerne, deren Tochterfirmen konventionellen „Dreckstrom“ vertreiben): Die Grünstrom-Sparten dienen der Profitmaximierung der Stromkonzerne und der Irreführung der StromkundInnen, die mit ihrem Strombezug nicht zum Ausbau von erneuerbaren Energieträgern, sondern nur zur Profitmarge beitragen.

GLOBAL 2000

©GLOBAL 2000 Stromfilz  2011-02-21 11:38:39
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Grünstrom ist also nicht gleich Grünstrom

Wir empfehlen daher nur zertifizierte Ökostrom-Anbieter, die völlig auf den Stromnachweishandel verzichten, nur Strom aus erneuerbaren Quellen anbieten (weil sie ja keinen „dreckigen“ Strom umettikettieren können) und keine direkten oder indirekten Tochterunternehmen von „konventionellen“ Anbietern sind. Das sind in Österreich nur die Alpen Adria Energie www.aae-energy.com und die Oekostrom AG (www.oekostrom.at).

Gefordert: Lückenlose Kennzeichnung!

GLOBAL 2000 fordert die Bundesregierung und die E-Control auf, die Lücken der Stromkennzeichnung zu schließen:

  • Kennzeichnung auf Basis des tatsächlichen Handelsvolumens und nicht nur für die an Endkunden gelieferten Strommengen
  • Anerkennung von Stromnachweisen nur noch in Verbindung mit tatsächlichen Stromlieferungen und aus Ländern, die die EU-konforme Stromkennzeichnung umgesetzt haben. Für Lieferungen aus Strombörsen müssen die Stromfirmen lückenlos Stromnachweise zukaufen und deren Herkunft transparent darlegen (Verbot des „Stroms unbekannter Herkunft“).
  • Verbindliche Stromnachweise für Strom aus allen Energiequellen (fossil, atomar, erneuerbar) Darüber hinaus fordern wir die österreichische Bundesregierung auf, sich für eine zügige und strikte Umsetzung einer nach obigen Kriterien wahrheitsgemäßen und vollständigen Stromkennzeichnung auf EU-Ebene einzusetzen.
  • Weitere Informationen zum Stromnachweis-System:

    Stromkennzeichnung: Der große Strom- Schwindel

    Grünstromanbieter in Deutschland und Österreich - ein Kostenvergleich für wirklichen Ökostrom und konventionellen Strom für normale Haushalte.

    letztes Update: 09.01.2012 08:59
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