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Kipppunkte im Klimasystem der Erde
Bei dem Begriff "globaler Klimawandel" denken die meisten Menschen an einen allmählichen Anstieg der Temperaturen. Viele Forscher warnen jedoch vor sogenannten Kipppunkten im Klimasystem der Erde:
Werden bestimmte Temperaturwerte überschritten, geraten zentrale Elemente unseres Klimasystems, z.B. der indische Monsun, aus dem Gleichgewicht. Es werden Prozesse in Gang gesetzt, die unumkehrbar sind und verheerende Folgen haben. Hinzu kommt, dass einige Kipp-Prozesse selbstverstärkend sind. Das zeigt das Auftauen der Permafrostböden in Nordamerika, Kanada und Russland:
Forscher des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) haben bisher 16 mögliche Kipp-Prozesse identifiziert. Dazu gehören unter anderem:
Das Abschmelzen des Grönländischen Inlandeises
Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie die restliche Welt – um durchschnittlich vier Grad Celsius allein in den vergangenen 50 Jahren. Klimaforscher vermuten deshalb, dass der kritische Schwellenwert hier bereits überschritten wurde.
Das Grönländische Eisschild liegt auf einer riesigen Landmasse auf. Dringt Schmelzwasser von der Oberfläche durch Risse und Spalten an die Unterseite des Eises, bildet sich eine rutschige Schicht, die die Stabilität der Eismassen zusätzlich gefährdet. Ein völliges Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes würde den Meeresspiegel um ca. sieben Meter anheben.
Der Rückgang des Arktischen Seeeises
Durch die Erwärmung der Arktis ist das Seeeis in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die freigelegte dunkle Wasseroberfläche absorbiert mehr Strahlung als das Eis und verringert damit die Rückstrahlquote (Albedo) der Erde. Dies wiederum verstärkt die globale Erwärmung und beschleunigt damit den Schmelzprozess. Vom Verlust des Arktischen Seeeises sind auch viele Tierarten, z.B. Robben und Eisbären, unmittelbar betroffen.
Das Verschwinden der nordischen Nadelwälder
Die nordischen Nadelwälder umfassen einen großen Teil der noch existierenden Waldflächen. Infolge des globalen Klimawandels nehmen Stürme, Dürre und Waldbrände an Häufigkeit und Intensität zu – die Wälder sind erhöhtem Stress ausgesetzt. Gleichzeitig wird die natürliche Regeneration der Bäume durch exzessive Waldnutzung verhindert. Sterben die nordischen Nadelwälder ab, würden unzählige Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren. Darüber hinaus würden riesige Mengen Kohlendioxid freigesetzt, was wiederum die Erderwärmung verstärken würde.
Mehr dazu beim Potsdam-Institut für Klimaforschung
Hintergrundpapier des deutschen Umweltbundesamt
















