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Globale Auswirkungen des Klimawandels

Ändern wir unser Verhalten und unsere Energiegewinnung nicht, wird sich das Klima in den nächsten 100 Jahren um bis zu 6,4 Grad aufheizen. Das klingt harmlos? Zum Vergleich: Während der letzten großen Eiszeit lag die Temperatur in Mitteleuropa nur etwa 5 Grad Celsius unter dem heutigen Mittel. Große Teile Europas, Nordamerikas und Asiens waren vergletschert. Die globale Erwärmung würde unsere Welt massiv verändern.

Konkret bedeutet Klimawandel:

Extreme Wetterereignisse, Naturkatastrophen
Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen treten schon heute bedeutend häufiger auf. In Mitteleuropa nehmen Sturmschäden und Hochwasser zu. Andere Regionen wie der Mittelmeerraum leiden unter Dürren und Ernteausfällen.

Das Eis schmilzt – der Meeresspiegel steigt
Weltweit schrumpfen die Gletscher. Auch das Meereseis ist betroffen – in der Arktis beträgt der Rückgang seit 1978 im Jahresmittel 8 Prozent, im Sommer sogar 22 Prozent. Durch das Schmelzwasser und vor allem durch die thermische Ausdehnung des Wassers steigt der Meeresspiegel. Im Zeitraum 1990-2006 stieg der Meeresspiegel etwa 50 Prozent rascher als in den damals publizierten mittleren Szenarien des letzten IPCC-Bericht und beläuft sich laut Messungen auf 3,3 mm/Jahr (Rahmstorf et al. 2007). Eine Expertenkommission schätzt sogar, dass der globale Meeresspiegel bei ungebremsten Emissionen bis 2100 um bis zu 110 Zentimeter steigen könnte, bis zum Jahr 2200 sogar bis zu 350 Zentimeter.

Menschen verlieren durch Klimawandel ihre Heimat
Nach Einschätzung der UNO wird der Klimawandel bis 2050 eine Flüchtlingswelle gigantischen Ausmaßes auslösen. 200 Millionen Menschen werden durch Wüstenbildung, Dürre und Überschwemmungen ihre Heimat verlieren. Vor allem tief liegende Inseln wie die Malediven, Kiribati und einige Inseln der Bahamas bedroht der steigende Meeresspiegel besonders. Ihnen droht die vollständige Überflutung.

Zum Interview mit der Betroffenen Penelise Alofa Pilitati (Kiribati)

Tierarten sterben aus
Mehr als eine Million Arten drohen bis zum Jahr 2050 von der Erde zu verschwinden. In Österreich sind beispielsweise das Murmeltier, der Schneehase, viele Fisch- und verschiedene Schmetterlingsarten bedroht.

Schädlinge und Krankheiten breiten sich aus
Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass Malaria und andere Tropen-Krankheiten in Regionen vordringen, die heute noch zu kühl dafür sind. Wärme liebende Schädlinge wie Borkenkäfer und Zecken breiten sich aus.

Soziale Folgen
Die sozialen Folgen sind Hunger, Unterentwicklung, Migrationsdruck und Tote. Bereits heute wird die Zahl der Klimaopfer auf 300 000 pro Jahr geschätzt. Der Anstieg des Meeresspiegels bedeutet neben dem Verlust von Lebensgrundlagen auch massive Probleme beim Nahrungsmittelanbau sowie Versalzung von Trinkwasser. Bestehende Konflikte werden verschärft, gewalttätige Auseinandersetzungen um knappe Ressourcen zeichnen sich ab. Vor allem sozial Schwache des globalen Südens werden am härtesten getroffen und dadurch einer doppelten Ungerechtigkeit ausgesetzt.

 

letztes Update: 24.02.2010 12:51
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