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Der Zertifikate-Schwindel

Warum Österreichs Emissionszukauf abgeschafft werden muss!

Im Dezember 2009 soll bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen über ein Folgeabkommen des Kyoto-Protokolls entschieden werden. Ziel eines solchen Abkommens muss die deutliche Reduktion der globalen Treibhausgas-Emissionen sein. Dieses Ziel ist durch den Handel mit Verschmutzungszertifikaten bzw. durch sogenanntes „Offsetting“ in Gefahr.

Offsetting bezeichnet die Möglichkeit von Staaten mit Klimaschutzverpflichtungen, einen Teil ihrer Verpflichtungen durch den Ankauf von Verschmutzungsrechten aus anderen Staaten zu erfüllen. Seit Abschluss des Kyoto-Protokolls ist der Markt für Offsetting rasant gewachsen. Österreich spielt im Markt für Verschmutzungsrechte eine wichtige Rolle, weil es von der Möglichkeit, Verschmutzungsrechte zur Erfüllung der Kyoto-Ziele zuzukaufen, im Unterschied zu vielen anderen Ländern, stark Gebrauch macht. Die Studie von GLOBAL 2000 konzentriert sich auf den sogenannten „Clean Development Mechanism“ (CDM), da dieses der am schnellsten wachsende Markt für Offsetting ist. Im Rahmen des CDM können Industriestaaten in konkrete Projekte in den Entwicklungsländern investieren und dafür Reduktionszertifikate erwerben.

Offsetting beinhaltet jedoch fundamentale Probleme, welche nicht zu reformieren sind. Hier die wichtigesten Argumente, warum jegliche Form von Offsetting abgeschafft gehört:

1. Die Klimawissenschaft ist sich einig: Die Industriestaaten müssen mit tiefgreifenden Klimaschutzmaßnahmen vorangehen, zusätzlich sind aber Maßnahmen in den Entwicklungsländern notwendig. Offsetting erweckt den Anschein, als könnten die Industriestaaten Maßnahmen in Entwicklungsländern durchführen statt vor der eigenen Tür zu kehren. Es brauch Reduktionen hier und dort!

2.Offsetting in Entwicklungsländern ist nur dann rechnerisch funktionsfähig, wenn die CO2-Reduktion zusätzlich zu geplanten Maßnahmen („business as usual“) statt finden. Das ist häufig nicht der Fall und hat ein grundsätzliches Problem: Es besteht erstens ein Anreiz geplante Maßnahmen zu verheimlichen und zweitens bleibt die Berechnung der Zusätzlichkeit eine Abschätzung und somit ein Hort für Fehler und Manipulation.

3. Beide Seiten haben einen perfiden Anreiz möglichst viele Zertifikate zu produzieren. Regionale Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der CDM-Projekte bleiben somit auf der Strecke.

4. Es bestehen in Österreich deutlich kostengünstigere Möglichkeiten der Emissionsreduktion. Ausserdem schaffen diese Investitionen inländische Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Technologieentwicklung.

Erfahren Sie mehr in unsere Studie „Der Zertifikate-Schwindel!“

Hier als pdf zum downloaden:

©GLOBAL 2000 Der Zertifikate-Schwindel  2009-11-24 10:22:32
G2 Hintergrundpapier Zertifikate Schwindel
GLOBAL 2000

Lesen sie auch einen englischen Report zu Offsetting aus unserem Netzwerk „Friends of the Earth“

 

letztes Update: 24.11.2009 23:39
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