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Umfrage: Wollen Sie Antibiotika? Und was gewährleistet Ihrer Meinung nach das AMA Gütesiegel?
Erwartest du, dass Äpfel, die das AMA Gütesiegel tragen, ohne Antibiotika produziert wurden? Ja? Dann teilst du diese Ansicht mit 73 % der vom Meinungsforschungsinstitut Integral befragten ÖsterreicherInnen – und liegst leider falsch.
ÖsterreicherInnen lehnen Antibiotika beim Obstbau ab
Die von GLOBAL 2000 in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass die ÖsterreicherInnen Antibiotika im Obstbau mit großer Mehrheit ablehnen. Gleichzeitig glauben sie aber, dass das AMA Gütesiegel eine Antibiotika-freie Produktion garantiert. „Das stellt die AMA vor ein Dilemma. Im Falle einer erneuten Freigabe von Streptomycin durch Landwirtschaftsminister Pröll im kommenden Jahr, muss sich die AMA entscheiden: Entweder vergibt sie das Gütesiegel fortan nur mehr für Antibiotika-freie Produktion, wie das von den Konsumenten ja erwartet wird, oder sie muss die Konsumenten darüber aufklären, dass das AMA-Gütesiegel nicht für antibiotikafreie Produktion steht", so Helmut Burtscher, Biochemiker von GLOBAL 2000.
Repräsentative Umfrage zu Antibiotika
In einer repräsentativen Umfrage gaben insgesamt 71% der befragten Personen an, keine Äpfel kaufen zu wollen, die in der Produktion mit Antibiotika behandelt wurden. 41% wollen solche Äpfel selbst dann nicht kaufen, wenn diese keine nachweisbaren Rückstände aufweisen. 67% der Befragten gaben an, Äpfel lieber bei jenen Supermarktketten kaufen zu wollen, die keine mit Antibiotika produzierten Äpfel anbieten. Ganze 73% erwarten vom AMA Gütesiegel, dass es nur für Äpfel vergeben wird, die ohne Antibiotika produziert worden sind.
In der Steiermark, Tirol und Vorarlberg kam 2008 Antibiotikum zum Einsatz
In der Steiermark und Tirol wurden 2008 erstmals, in Vorarlberg bereits zum wiederholten Male, das umstrittene und von der EU verbotene Antibiotikum Streptomycin im Erwerbsobstbau angewendet, nachdem im Vorjahr der Feuerbrand unter Österreichs Obstbauern große Schäden angerichtet hatte.
GLOBAL 2000 fordert daher von Landwirtschaftsminister Berlakovich:
Eine gesetzlich festgelegte finanzielle Entschädigung für Feuerbrandopfer. Die Existenz österreichischer Obstbauern darf nicht gefährdet werden.
Die intensive Forschung zu Methoden zur Bekämpfung des Feuerbrands unter Verzicht auf Antibiotika.
Die Erarbeitung vergleichender, volkswirtschaftlicher Szenarien in der Feuerbrandbekämpfung unter Einsatz von Streptomycin und unter Ausnützung der verfügbaren alternativen Methoden.
Ein intensives Resistenzmonitoring und die Festlegung einer verbindlichen Definition für den Streptomycin-Ausstieg bei Nachweis von Antibiotka-Resistenzen. Es muss gewährleistet werden, dass die Wirksamkeit von Antibiotika, die zur Krankheitsbekämpfung beim Menschen eingesetzt werden, nicht beeinträchtigt wird.
Links:
Weitere Infos zu Antibiotika im Obst finden sie hier
Downloads:
Hintergrundpapier-Streptomycin
2009-10-15 14:02:40
GLOBAL 2000
Apfel-Umfrage
2009-10-15 14:03:49
GLOBAL 2000
Die durchgeführte Umfrage
















