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Mit Pestiziden ist nicht gut Kirschen essen

Diese Woche hat GLOBAL 2000-Lebensmittelexperte Helmut Burtscher mit der ORF-Sendung "Konkret"und der Umweltberatung das Kirschenangebot in den Supermärkten getestet.

tokamuwi, pixelio

Stichproben

Bio Maran: Bio-Kirschen aus Österreich, CO2 Emissionen pro Kg: 9g CO2

Hofer: Kirschen aus Ungarn, CO2 Emissionen pro Kg: 30g CO2

Spar: Kirschen aus Italien, CO2 Emissionen pro Kg: 130g CO2

Billa: Kirschen aus Holland, CO2 Emissionen pro Kg: 130g CO2

Das Ergebnis

Leider haben wir in drei von vier Supermärkten nur importierte konventionelle Ware gefunden. Bio-Kirschen aus Österreich gab es nur im Biosupermarkt Maran. Österreichische Bio-Kirschen sind leider zumeist nur bis Mitte Juni zu kriegen, da die heimischen Biobauern nur frühe Sorten anbauen. Schuld daran ist die Kirschfruchtfliege, die bei späteren Sorten den Wurm rein bringen würde.

EU erlaubt zu hohe Pestizidmengen bei konventionellen Kirschen

Die konventionellen Landwirte gehen gegen die Kirschfruchtfliege mit einem Pestizid vor, dem Dimethoate. Das Problem bei Dimethoate und auch anderen Pestiziden ist, dass die in der EU zulässige Höchstmenge (sprich: der gesetzliche Höchstwert) viel zu hoch angesetzt ist. Die EU erlaubt 1 Milligramm Dimethoate pro Kilogramm Kirschen. Das bedeutet, wenn beispielsweise ein dreijähriges Kind mit einem Gewicht von 15 Kilogramm eine Hand voll Kirschen isst (150 Gramm), wäre die sogenannte “akute Referenzdosis” bereits überschritten. Das ist jene Menge, ab der die EU-Behörden eine Beeinträchtigung der Gesundheit nicht mehr ausschließen.

Es ist völlig inakzeptabel, Pestizidhöchstwerte in der EU derart hoch anzusetzen, dass gesundes Obst und Gemüse für Kleinkinder zu einem Gesundheitsrisiko werden können. Versuche, die GLOBAL 2000 gemeinsam mit steirischen Kirschen-Bauern durchgeführt hat, zeigten: Die EU-Höchstwert können um mehr als 90 Prozent zu unterschritten werden, allein durch die Einhaltung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorgaben für die Anwendung von Dimethoat (Spritzmittelmenge, Wartefrist zwischen Spritzung und Ernte). Es ist daher wichtig und gut, dass immer mehr Supermärkte sich mit der bloßen Einhaltung der gesetzlichen Höchstwerte nicht zufrieden geben, sondern strengere Standards für ihre Obst und Gemüse festgelegt haben.

Links:

letztes Update: 26.06.2009 15:23
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