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Die Marillen haben Saison
Thema der ORF Sendung „konkret“ (16.7.2009, 18:30 ORF 2) ist diesmal die Marille. GLOBAL 2000- Lebensmittelexperte Helmut Burtscher berichtet über die CO2-Bilanz der jetzt im Handel angebotenen Marillen sowie über die Pestizidproblematik bei Obst und Gemüse.
Der Marillenbaum gehört zur Familie der Rosengewächse und stammte ursprünglich aus Nordost-China. Die Marille wurde im 1. Jahrhundert n.Chr. von den Römern nach Europa gebracht und ist seitdem heiß begehrt. Kein Wunder, in der orangen Frucht stecken jede Menge Vitamine und Mineralstoffe, vor allem ein hoher Anteil an Kalium (gut für Herz, Nerven und Muskeln) und viel Beta-Carotin - wichtig gerade im Sommer für alle Sonnenhungrigen.
Heimische Marillen werden von Anfang Juli bis Mitte August angeboten, doch die Saison im Handel beginnt bereits schon im Mai. GLOBAL 2000- Lebensmittelexperte Helmut Burtscher hat sich das momentane Marillenangebot in den Supermärkten angesehen:
Das Ranking:
BASIC (biomarkt): Bio-Marillen aus Österreich um 4,99.- €: 9g CO2/kg
Merkur: Marillen aus Österreich um 2,99,- €: 9g CO2/kg
LIDL: Marillen aus Frankreich um 3,49,- €: 120g CO2/kg
Spar: Marillen aus Frankreich um 4,99,-€: 120g CO2/kg
Das Ranking erfolgt nach den CO2-Emissionen, die durch den Transport entstehen. Marillen jetzt aus Frankreich zu importieren, ist eine völlig unnötige CO2-Belastung von mehr als 100 Gramm, pro Kilo Marillen, denn jetzt ist auch in Österreich Marillenernte. Noch katastrophaler ist die CO2 Bilanz, wenn man im Winter Marillen kauft. Diese werden zumeist aus Südafrika mit den Flugzeug hergebracht und haben pro einem Kilo Marillen einen CO2 Rucksack von rund 6 ½ Kilo CO2!
Zu hohe Pestizidgrenzwerte in der EU auch für Marillen
GLOBAL 2000 hat in einer Studie aufgezeigt, dass in der EU 700 Pestizidgrenzwerte (gesetzlich zulässige Höchstmengen von Pestizidrückständen in Obst und Gemüse) viel zu hoch angesetzt sind. Diese hohen Belastungen mit - zum Teil in EU endlich verbotenen Pestiziden - würden daher bei Lebensmittelkontrollen nicht beanstandet werden! Das gilt auch für importiertes Obst und Gemüse von außerhalb der EU, wo einige der in der EU verbotenen Pestizide weiterhin zur Anwendung erlaubt sind.
Bei Marillen identifizierte Global 2000 17 unsichere zulässige Höchstmengen: das bedeutet, für diese Pestizide ist die zulässige Höchstmenge so hoch angesetzt, dass bereits der Verzehr von 200 Gramm Marillen innerhalb eines Tages die Gesundheit eines 16,15 kg schweren Kindes beeinträchtigen kann, wenn nur eines dieser Pestizide in der gesetzlich erlaubten Menge darin enthalten ist. (Definition der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit)
Eines dieser Pestizide ist das Fungizid Procymidon. Ist die gesetzlich zulässige Höchstmenge an Procymidon ausgeschöpft, überschreiten bereits 115 Gramm - das sind 2 kleine Marillen - diese Dosis für ein Kleinkind. Die Anwendung von Procymidon ist in Österreich seit dem Vorjahr endlich verboten. Die größte Anzahl unsicherer zulässiger Höchstmengen finden sich bei Trauben, Äpfel, Birnen, oder Tomaten, also Produkte die von Kindern ungeschält und ohne weitere Verarbeitung (kochen, etc. ) gegessen werden!
Mit Bio-Marillen: auf der sicheren Seite
Helmut Burtscher: „Ich kaufe für mein Kind nur Bio-Obst ein, denn da dürfen überhaupt keine Pestizide drin sein!“
Links:
Neue EU-Pestizidgrenzwerte gefährden die Gesundheit
















