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Pestizide reduzieren

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Grundwasserverunreinigung in Österreich

Sauberes Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Doch die Wasservorkommen sind weltweit bedroht. Die UNO hat daher die Zeit zwischen 2005 und 2015 zur Dekade des Wassers erklärt. „Water for Life“ („Wasser zum Leben“) ist das Motto dieses Zeitraums.

Doch das vermeintlich saubere Image des österreichischen Wassers ist getrübt. Hauptverursacher der Wasserverunreinigung ist die konventionelle Landwirtschaft. Düngemittel, Pestizide und Medikamentenrückstände verschmutzen das Wasser. Wasserleitungen aus Blei sind in vielen Altbauten noch immer Ursache für die Vergiftung des Trinkwassers.

Claudia RegnerClaudia Regner

Österreich besitzt hochwertiges Hochquellwasser

Laut Weltwasserbericht der UNESCO belegt Österreich den 18. Platz von insgesamt 122 untersuchten Ländern. Das weltweit beste Wasser hat Finnland, gefolgt von Kanada, Neuseeland und Großbritannien. Die Rangliste berücksichtigt die aktuelle Wasserqualität sowie die Fähigkeit und den Willen zur Verbesserung der Situation. Österreich ist reich an Wasser. Das Hochquellwasser aus den Alpen hat beste Trinkwasserqualität. Glücklich ist, wer Wasser direkt aus den Alpen beziehen kann. Doch wie steht es mit dem Wasser, das in Gebieten intensiver landwirtschaftlicher oder industrieller Nutzung aus dem Wasserhahn fließt?

Pestizide vergiften das Grundwasser

Nach 1945 war Österreichs Regierung bestrebt, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung durch eine autarke Landwirtschaft zu sichern. Durch Rodung und Trockenlegung von Feuchtgebieten entstanden riesige Nutzflächen. Gleichzeitig wurde der intensive Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Pestiziden gestartet. Während seither für die Hersteller der Pestizide die Umsätze in den Himmel steigen - jährlich rund 80 Millionen Euro - sickern die Gifte in den Boden. 2005 wurden rund 8.500 Tonnen Pestizide auf österreichische Felder gesprüht. Wasserlösliche Substanzen werden mit dem Regenwasser ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser.

Verunreinigtes Grundwasser

Bei Wassergüteerhebungen wurde eine Vielzahl von Schadstoffen im Grundwasser nachgewiesen. Düngemittel und Pestizide sind die Hauptursachen für diese Verunreinigung. Tauchen Pestizide konzentriert im Grundwasser auf, ist dies ein Alarmsignal für die Umwelt.

Pestizide beeinträchtigen die Gesundheit massiv

Pestizide sollen Unerwünschtes abtöten - sie sind also Gifte. Abgesehen von Insekten, Kräutern usw., die sie vernichten sollen, gibt es massive negative Folgen für die menschliche Gesundheit. Neben akuten Vergiftungen werden zunehmend gesundheitliche Langzeitfolgen beobachtet. Unfruchtbarkeit, Beeinträchtigungen des Immunsystems, Früh- und Fehlgeburten, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie chronische Schädigungen des Nervensystems und Krebserkrankungen werden in wissenschaftlichen Veröffentlichungen als zu befürchtende Folgen dokumentiert. Sachgerechte Dosierung von Pestiziden ist für LandwirtInnen nicht einfach. Denn bei regelmäßiger Aufnahme von bereits geringen Mengen durch die Nahrung kann es zu Folgeschäden kommen.

Pestizidbelastung in Österreichs Trinkwasser

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft und das Umweltbundesamt (UBA) führen seit 1991 ein bundesweites Monitoringprogramm zur Gewässergüte durch. Erfasst wird die Wasserqualität von zusammenhängenden Grundwasserkörpern. Im Beobachtungszeitraum von 1.1.2003 bis 31.12.2004 wurde das Grundwasser auf 83 Pestizide bzw. deren Abbauprodukte untersucht.

30 Pestizide überschreiten den Grenzwert

37 Pestizide bzw. Abbauprodukte derselben waren in den Wasserproben nachweisbar. Bei 30 Pestiziden wurden Überschreitungen des Grenzwerts von 0,1 Mikrogramm pro Liter (= ein Millionstel Gramm = µg/l) Grundwasser nachgewiesen.

Viele Hausbesitzer können ihre Brunnen nicht mehr nutzen

Nach dem „Wassergüte in Österreich“-Jahresbericht 2006 des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft sind in Österreich bereits 40,5 % zusammenhängende Grundwasserkörper verunreinigt. Betroffen sind vor allem durch konventionelle Landwirtschaft genutzte Regionen. Viele Hausbrunnenbesitzer können ihre Brunnen nicht mehr für Trinkwasserzwecke nutzen. Auf die steigende Verunreinigung des Grundwassers durch Pestizide wurde in den 90er Jahren durch Verbote von einigen Giften reagiert. Zahlreiche neue Pestizide wurden allerdings zugelassen. Pestizide wie Bentazon verunreinigen unser Trinkwasser über den Grenzwert hinaus. Viele der bereits verbotenen giftigen Substanzen, wie zum Beispiel Atrazin und Propazin, sind nach wie vor im Grundwasser nachweisbar.

letztes Update: 26.01.2010 14:44
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