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Pestizide reduzieren

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Pestizide: Nur in Spuren nachweisbar?

Für die aktuelle Ausgabe des Magazins Konsument (5/2010) testete der Verein für Konsumenteninformation (VKI) importierte Erdbeeren auf Pestizidrückstände. In einer dazugehörigen Presseaussendung, die von der Tageszeitung Der Standard weitgehend unverändert übernommen wurde, verkündete der VKI die irreführende Frohbotschaft: "Kaum Pestizide in Import-Erdbeeren".

Sieht man sich die Ergebnisse des VKI Tests genau an, kann man wohl kaum Entwarnung geben. Einige der nachgewiesenen Pestizide können trotz Einhaltung von gesetzlichen Obergrenzen nicht bedenkenlos verzehrt werden. Beispielsweise stehen Chlorpyrifos und Dimethoat, zwei in den Erdbeeren nachgewiesene Pestizide, unter Verdacht, als Endokrindisruptoren aktiv zu sein. D.h., sie können, schon in kleinsten Mengen konsumiert, ins menschliche Hormonsystem eingreifen und u.a. das Krebsrisiko erhöhen. Mehr als die Hälfte der getesteten Früchte ist mit mehr als zwei Wirkstoffen belastet. Auch wenn bei jedem einzelnen Wirkstoff die gesetzlich erlaubte Höchstmenge nicht überschritten wird, können synergistische Wirkungen der Einzelstoffe (die nicht unbedingt rein additiv sein müssen) nicht ausgeschlossen werden. Abgesehen davon sind die EU-weit geregelten Höchstmengenbeschränkungen zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln mit Vorsicht zu genießen. Eine Studie im Auftrag von Greenpeace und GLOBAL 2000 zur Überprüfung der Sicherheit der EU-Höchstwerte ergab, dass ein Viertel der Höchstwerte als nicht sicher gelten kann.

Klaus-Uwe-Gerhardt_pixelio.de
(C)Klaus-Uwe-Gerhardt_pixelio.de

Doch nicht nur hinsichtlich des Gesundheitsaspekts muss vom Kauf der getesteten Erdbeeren abgeraten werden. Auch vorherrschende ökologische und soziale Anbaubedingungen in deren Herkunftsländern sind höchst bedenklich. GLOBAL 2000 empfiehlt die österreichische Bio-Erdbeersaison abzuwarten (die ersten Freilanderdbeeren gibt es ca. Ende Mai). In der biologischen Landwirtschaft kommen keine chemisch-synthetischen Pestizide zum Einsatz. Regional produzierte Bio-Erdbeeren kann man ohne gesundheitliche Bedenken und mit gutem Gewissen genießen.

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letztes Update: 28.04.2010 18:24
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