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Neue EU-Pestizidgrenzwerte gefährden Gesundheit

GLOBAL 2000 hat im Mai 2008 mit einer Studie die Auswirkungen der europaweiten Vereinheitlichung der Pestizid-Grenzwerte auf Österreich untersucht. Das Ergebnis:  Nur 4% der „harmonisierten“ Grenzwerte wurden herabgesenkt, aber 65% angehoben, und das bis zum 1000-fachen des ursprünglichen Werts.
Eine Studie, die GLOBAL 2000 gemeinsam mit Greenpeace Deutschland durchführte, ging der Frage nach den Auswirkungen auf die Gesundheit der KonsumentInnen nach:

170.000 Pestizid-Grenzwerte überprüft


170.000 von der Kommission festgelegte Pestizid-Grenzwerte wurden nach EU-eigenen Maßstäben überprüft. Das Ergebnis: Fast 700 der seit 1. September 2008 EU-weit einheitlich geltenden Höchstmengen für Pestizide in Obst und Gemüse sind nicht sicher.
Das heißt, wenn die vom Gesetzgeber erlaubten Pestizidmengen tatsächlich im Obst oder Gemüse enthalten sind, können die Behörden eine Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr dieser Lebensmittel nicht mehr ausschließen.
Bei 570 Grenzwerten von Obst und Gemüse wird die Akute Referenzdosis (ARfD) für Kinder überschritten. Die ARfD beschreibt jene Menge, die über die Nahrung innerhalb eines Tages oder mit einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, ohne dass daraus ein erkennbares Gesundheitsrisiko für den/die VerbraucherIn resultiert.
Eine Überschreitung dieses gesundheitlichen Richtwerts ist absolut inakzeptabel. Nichts desto Trotz weisen zahlreiche Erzeugnisse Höchstwerte auf, welche die ArfD überschreiten. Besonders schlimm steht es um Äpfeln, Birnen, Trauben, Salat und Tomaten, wo zwischen 7 % bis 9 % der zulässigen Pestizidhöchstmengen für Kinder „potenziell gesundheitsschädigend“ sind.

Chronische Schäden durch Pestizide möglich

Doch auch chronische Schäden sind möglich, wie GLOBAL 2000 mit der Studie nachweist. Bei 94 EU-Grenzwerten wird die Akzeptable Tägliche Aufnahmemenge (ADI), also jene Menge eines Pestizides, die ein Mensch täglich sein Leben lang aufnehmen kann, ohne seine Gesundheit zu gefährden, nicht eingehalten. Die EU-Kommission ignoriert also ihre eigenen Sicherheitsstandards.


GLOBAL 2000-Empfehlung: Bio-Lebensmittel

GLOBAL 2000 empfiehlt KonsumentInnen, biologisch erzeugte Lebensmittel zu kaufen. Bei der Herstellung von Bio-Lebensmittel dürfen nämlich keine chemischen Pestizide eingesetzt werden.

Links:

©GLOBAL 2000 GLOBAL 2000-Hintergrundpapier zu EU-Pestizidgrenzwerte  2009-04-17 00:50:12
111 KB
GLOBAL 2000

©GLOBAL 2000 GLOBAL 2000-Studie zu EU-Pestizidgrenzwerten  2009-04-17 00:52:12
195 KB
GLOBAL 2000

 

letztes Update: 17.04.2009 01:03
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