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300 Millionen Menschen leben im Regenwald
Der Regenwald ist Lebensraum für 200 bis 300 Millionen Menschen. Diese indigenen Völker haben dabei vielfältige Kulturen und Lebensformen entwickelt, die ihnen eine dauerhafte Nutzung des empfindlichen Ökosystems Regenwald ermöglichen.
Das Leben der Indios ist untrennbar mit dem Wald verbunden, in dem sie leben.
Lebensanschauungen der Menschen
Zentraler Punkt im Weltbild der Indios ist der Energieausgleich: Alles, was dem Wald zum Leben entnommen wird, entzieht ihm Energie, die ihm wieder zurückgegeben werden muss, damit der Wald keinen Schaden erleidet. Der Schamane überwacht diesen Energiefluss und wirkt somit einerseits als Hüter über die Riten und Gesetze der Indios, andererseits wird er so zum Bewahrer des natürlichen Lebensraums, des Waldes.
Die Indios sind davon überzeugt, dass nur das, was im Wald ungestört wächst, viel Energie enthält, das heißt kräftigend, nahrhaft und gesund ist. Deshalb gehen sie bei Rodungen für das Anlegen ihrer Felder sehr schonend vor. Auch die Jagd unterliegt zahlreichen Regelungen und Tabus. Erzürnt der Jäger den Herrn der Tiere, so sind Krankheit für den Jäger selbst, seine Kinder oder seine Verwandten die Folge.
Die Menschen im Wald sind so gleichzeitig seine Behüter.
Völkermord im Regenwald
Doch sie leben gefährlich. Noch Anfang dieses Jahrhunderts lebten z.B. im brasilianischen Amazonasbecken über eine Million Indios. Heute sind es gerade noch 200.000.
Dutzende Völker weltweit sind schon verschwunden. Für immer ausgelöscht sind damit auch ihre Kultur, ihre Sprache und Religionen.
Während des Kautschukbooms, der Anfang dieses Jahrhunderts in den Regenwäldern Amazoniens seinen Höhepunkt hatte, wurden im kolumbianischen Amazonas-Tiefland innerhalb eines Jahrzehnts zwischen 30.000 und 40.000 Indios umgebracht, tausende wurden versklavt.
Bei der Zerschlagung der indigenen Kulturen spielte auch die Kirche eine wesentliche Rolle. Bis heute werden Kinder von kirchlichen Missionen erzogen. Früher wurden Kinder gewaltsam in Internate geholt. Ihre eigenen Sprachen wurden ihnen verboten, traditionelle Lebensweisen und -normen konnten sie nicht mehr lernen.
Widerstand wächst
Erst seit vergleichbar kurzer Zeit leisten die Regenwaldvölker organisierten Widerstand. Weltweit begannen sie ihr Recht auf Land und eigene Kulturen einzufordern. Oft endet ihr Widerstand in Gefängnissen, Menschen sind von Folter und Mord bedroht.














