Gartenbau Richtlinien

Gemeinsam mit bellaflora haben wir umfassende Richtlinien entwickelt um die Pestizidbelastungen im Gartenbau zu reduzieren. Wir legen den Schwerpunkt auf die Umweltauswirkungen des Pestizideinsatzes und beziehen auch unsere Gesundheit mit ein.

Pestizide im Gartenbau

Pestizide werden regelmäßig bei der konventionellen Herstellung von Zierpflanzen eingesetzt. Dementsprechend können auf den meisten Pflanzen auch Pestizidrückstände nachgewiesen werden. Bei Lebensmitteln wird der Pestizideinsatz schon seit langer Zeit kritisch diskutiert und biologisch produzierte Nahrungsmittel werden in Österreich immer beliebter. Bei nicht essbaren Erzeugnissen wie Blumen rückt die Thematik erst in jüngerer Zeit verstärkt in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit.

Gefahren für Natur und Umwelt

Pestizide, die bei der Pflanzenproduktion eingesetzt werden, können einerseits z.B. durch Abdrift oder Auswaschung in die Umwelt gelangen und so den Naturhaushalt belasten. Andererseits bleiben Pestizide mit langsamen Abbauraten so lange auf oder in den Pflanzen, bis diese im Hausgarten ausgepflanzt werden, wo sie auch noch Schaden anrichten können. Vor allem systemische Wirkstoffe, die von der Pflanze aufgenommen werden und sich in alle Pflanzenorgane verteilen, sind hier ein Problem. Diese Pestizide sind auch in Pollen und Nektar zu finden, die den Bestäubern als Nahrungsquellen dienen. Nützliche Insekten wie Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Schwebfliegen u.a. können dadurch geschädigt werden. Besonders problematisch sind hier die bereits teilweise verbotenen Neonikotinoide. Die Substanzen kommen in für Bienen tödlichen Dosierungen vor, aber auch niedrigere Konzentration können zu Orientierungsverlust, verminderten Reproduktionsraten, Kommunikationsstörungen oder einer Schwächung des Immunsystems führen. 

Neben den Neonikotinoiden gibt es noch eine Vielzahl anderer Pestizide, die eine Gefahr für die Natur darstellen. Deshalb bieten unsere Richtlinien einen umfassenden Ansatz, der auch weitere kritische Aspekte, wie die Belastung durch mehrere Pestizide auf einmal, berücksichtigt. Durch den sogenannten „Cocktaileffekt“ können Pestizidkombinationen nämlich weit giftiger sein als die einzelnen Wirkstoffe.

Unsere Pestizid-Richtlinien

  1. Bewertung der Ökotoxizität der einzelnen Pestizide. Dazu werden folgende Aspekte betrachtet:

    • Persistenz (Verweildauer) im Boden bzw. in Gewässern
    • Akute Giftigkeit für Säugetiere (inkl. Menschen), Vögel, Bienen, Regenwürmer, Fische und weitere Wasserorganismen
    • Anreicherungspotential in organischem Gewebe
  2. Einführung eines Grenzwertes für die Gesamtbelastung aller bei der Produktion einer Pflanze eingesetzten bzw. als Rückstände nachgewiesenen Pestizide.
  3. Blacklist: umfasst Wirkstoffe, die auf Grund ihrer speziellen, negativen Eigenschaften nicht eingesetzt werden dürfen (z.b. extrem giftig für Bestäuber oder den Menschen)
  4. Bewusstseinsbildung durch:
    • Watchlist: diese Pestizide stehen auf Grund ihrer hohen Giftigkeit unter Beobachtung und es wird empfohlen, diese nicht oder nur so wenig als möglich einzusetzen
    • Kennzeichnung von Pestiziden mit problematischen Eigenschaften für die menschliche Gesundheit (krebserregend, hormonell schädigend u.a.)