Gentechnik Anbau weltweit

Nordamerika

Den Siegeszug hat die Gentechnik in den 1990er Jahren von den USA aus angetreten. Dort wurden die ersten großen Flächen von Gentechnik(GV)-Soja angebaut und als Futtermittel auch nach Europa exportiert. Derzeit sind rund 94 Prozent des gesamten Sojaanbaus gentechnisch verändert. Die wichtigsten Pflanzen sind neben Soja Mais, Raps und Zuckerrüben (mittlerweile sind 100 Prozent des gesamten Zuckerrübenanbaus in den USA gentechnisch verändertet). Neuerdings werden aber auch Obst und Gemüse für den nordamerikanischen Markt verändert. 2015 wurden zwei GV-Apfelsorten für den Anbau und den Verkauf zugelassen. Ihr Merkmal: sie werden an den Anschnittstellen nicht braun. Auch kleinere Mengen von GV-Papaya und GV-Kürbis werden angebaut. Ähnlich, wenn auch noch nicht ganz so schlimm, sieht es in Kanada aus. Viele Zulassungen aus den USA werden in Kanada einfach übernommen. So finden sich dort auch weite Felder mit GV-Pflanzen. Insgesamt ist in den USA fast die Hälfte der Felder mit Gentechnik bestellt (44,5 Prozent), in Kanada ist es bereits ein Viertel.

Südamerika

Vor allem Argentinien und Brasilien werden seit langem genutzt, um den riesigen Bedarf an Futtermitteln für die Fleischproduktion in Industrieländern zu stillen. In Argentinien sind seit 2016 100 Prozent des Sojaanbaus gentechnisch verändert, mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung und für die Umwelt. Auch kleinere Länder wie Paraguay sind bereits von der massiven Ausweitung des Gentechnik-Anbaus betroffen.

Andere Länder

Mittlerweile hat sich der Einsatz von Gentechnik weltweit verbreitet. In Indien haben vor allem die Baumwollproduzenten für internationales Aufsehen gesorgt. Baumwolle ist in Indien ein wichtiger Einnahmezweig für die ländliche Bevölkerung. In den vergangenen Jahren wurden Bauern und Bäuerinnen immer mehr dazu gedrängt, Gentechnik-Baumwolle anzubauen, mit dem Versprechen von mehr Erträgen. Doch der Erfolg hat nur kurz angehalten. Mittlerweile sind über 95 Prozent der indischen Baumwolle gentechnisch verändert. GV-Baumwolle wird auch immer stärker in Burkina Faso angebaut. Doch auch hier mehrt sich der Widerstand der Produzenten gegen das Gentechnik-Saatgut.

Über die tatsächliche Anbausituation weltweit gibt es nur wenige Informationen. Offiziellen Zahlen werden meist nur von der industrienahen ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications) zur Verfügung gestellt.

Hier finden Sie eine Karte mit den Gentechnik-Anbaugebieten der Welt:

Gentechnik als Nahrung für ärmere Regionen

Sind es in Amerika vor allem die Futtermittelpflanzen, so spielt in anderen Teilen der Erde die Umstellung auf Gentechnik-Nahrungspflanzen eine größere Rolle. Ob Bt Brinjal-Melanzani in Bangladesh oder Kartoffeln auf den Philippinen, die Gentechnik-Konzerne versuchen immer wieder, ihr GV-Gemüse in Umlauf zu bringen .

In der Datenbank der industrienahen ISAAA ist nachzulesen, dass es an die 30 kommerziell relevanten Nutzpflanzen gibt, die gentechnisch verändert auf den Markt kommen. Von manchen gibt es zig gentechnisch veränderte Varianten. Weitere Pflanzen wie gentechnisch veränderte Ananas oder Bananen sind bereits in Entwicklung.

Die weltweit am meisten angebauten Gentechnik-Pflanzen sind Soja, Mais, Baumwolle, Raps und Zuckerrübe. Darüber hinaus wird mit gentechnisch veränderten Eukalyptusbäumen oder Pappeln zur Papiererzeugung experimentiert. Gentechnisch verändertes Obst und Gemüse wird den Menschen vor allem in ärmeren Ländern in Südost-Asien und Teilen Afrikas schmackhaft gemacht.

Mittlerweile gibt es gentechnisch veränderte Melanzani und Papayas, Tomaten, Kartoffeln, Melonen, Kürbis, aber auch Weizen und Reis. Als GV-Reis hat vor allem der so genannte „Golden Rice“ Berühmtheit erlangt. Lesen Sie mehr dazu unter „Golden Rice“ - Das goldene Korn, das die Armen nähren soll.