Derzeit verwenden wir zehn Nachhaltigkeitsindikatoren, also Nachhaltigkeitskennzahlen. Diese sind einerseits die Indikatoren des „ökologischen Rucksacks“, die für die gesamte Kette von Produktion, Lagerung, Verpackung und Transport analysiert werden und andererseits Indikatoren, die sich auf die landwirtschaftliche Produktion beziehen.

Abiotischer Materialeinsatz: Der abiotische Materialeinsatz bezeichnet die Nutzung von nicht-erneuerbaren Ressourcen, z.B. Erdöl, Mineralien, Metalle. Viele dieser Ressourcen werden in den nächsten 20 Jahren knapp werden und nur zu viel höheren Preisen oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein möglichst effizienter Umgang ist also ökologisch und ökonomisch notwendig. Daneben hat die Förderung dieser Materialien häufig weitere negative Auswirkungen auf die Umwelt, z.B. bei der Erdölförderung oder dem Bergbau.

Biotischer Materialeinsatz: Der biotische Materialeinsatz bezeichnet die Nutzung natürlicher Rohstoffe, z.B. Holz als Heiz- oder Verpackungsmaterial. Auch wenn diese Ressourcen nachwachsen, sind sie trotzdem begrenzt und müssen effizient verwendet werden.

Wasserverbrauch: Wasserknappheit ist regional sehr unterschiedlich, aber in immer mehr Regionen der Erde ein Problem. Die Landwirtschaft ist der größte Wasserverbraucher und die Ausdehnung des bewässerten Anbaus kann zu gravierenden ökologischen (z.B. durch die Absenkung des Grundwassers), sozialen (Trinkwasserknappheit) und ökonomischen Problemen (Konkurrenz um Bewässerungswasser) führen.

Flächenbedarf: Weltweit gesehen ist die Ressource „Fläche“ von zunehmender Brisanz, weil die landwirtschaftlich nutzbare Fläche u.a. durch den Klimawandel abnimmt. Zudem gibt es immer mehr Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln, z.B. die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen. In Europa ist der Verlust von landwirtschaftlichen Flächen durch Versiegelung ein großes Problem (in Österreich gehen beispielsweise zehn Hektar Fläche pro Tag verloren).

Treibhausgasemissionen: Um das Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen, ist eine drastische Reduktion der Emission von Treibhausgasen in allen Bereichen nötig. Bei der Produktion von Obst und Gemüse entstehen Treibhausgase beispielsweise durch die Nutzung fossiler Energieträger für die Herstellung von Vorprodukten (z.B. Dünger), für die Heizung von Gewächshäusern, für Kraftstoff, Verpackung und Transport. Auch die Freisetzung von Lachgas aus der Stickstoffdüngung und der Abbau von Humus können zu bedeutenden Treibhausgasemissionen führen. Im Vergleich zu pflanzlichen Produkten sind bei tierischen Produkten die Treibhausgasemissionen noch um ein Vielfaches höher.

Stickstoffbilanz: Die Stickstoff-Kreisläufe unserer Welt sind schon längst aus den Fugen geraten. Obwohl selten thematisiert ist dies einer der größten menschlichen Eingriffe in das natürliche Gleichgewicht der Erde. Überdüngung durch Stickstoff bedroht viele seltene Lebensräume und Arten in Gewässern und auf dem Land (z.B. Moore, Magerrasen...), belastet das Grundwasser mit Nitrat und verursacht die Entstehung von Lachgas – eines der stärksten Treibhausgase.

Phosphorbilanz: Auch die Phosphor-Bilanz soll möglichst ausgeglichen sein. Phosphor-Überschüsse stellen ein Risiko für die Umwelt dar z.B. weil sie zur Eutrophierung von Gewässern führen. Mineralischer Phosphor ist zusätzlich eine weltweit begrenzte Ressource. Studien schätzen, dass die Reserven in 50-100 Jahren aufgebraucht sind, wenn wir nicht effizienter damit umgehen.

Humusbilanz: Humusverluste vermindern die langfristige Bodenfruchtbarkeit und beeinträchtigen die ökologischen Bodenfunktionen. Außerdem führt Humus-Abbau zur Freisetzung von großen Mengen Kohlendioxid. Aber auch eine Überversorgung mit organischer Substanz kann zu ökologischen Problemen führen, z.B. zu erhöhten Stickstoff-Verlusten. Die Humusbilanz soll also ausgeglichen oder leicht positiv sein.

Pflanzenschutzintensität: Pflanzenschutzmittel stellen Risiken für Anwender und Umwelt dar. Weniger Anwendungen und der Einsatz weniger schädlicher Mittel müssen das Ziel sein. Der Indikator misst die Zahl der Anwendungen sowie die Menge an verwendeten Pflanzenschutzmitteln.

Energieintensität: Der Verbrauch von Energie benötigt viele Ressourcen und verursacht ökologische Probleme und Risiken z.B. bei der Energiegewinnung durch Atomkraft. Aber auch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen zur Energiegewinnung kann problematisch sein z.B. durch die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Ökologische und soziale Verantwortung bedeutet deshalb einen effizienten Umgang mit Energie.