Gentech-Labor

Was spricht gegen den Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion?

  1. Die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit sind nicht  geklärt.
  2. Die Auswirkungen der Grünen Gentechnik auf die Umwelt sind ebenfalls nicht abschließend geklärt. Die Verwendung gentechnisch manipulierter Pflanzen führt nicht zu einer Reduktion des Herbizideinsatzes.
  3. Grüne Gentechnik führt zu Monokulturen.Diese führen zu einer verminderten Fruchtbarkeit des Bodens und stellen keine nachhaltige Bewirtschaftungsform dar. Gentechnik in der Landwirtschaft führt zu einem Verlust an regionaler Wertschöpfung.
  4. Der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Österreich würde mittel- und langfristig das Aus für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bedeuten, da eine Koexistenz nicht möglich ist.
  5. Versprechen der Agro-Gentechnik haben sich als nicht haltbar erwiesen. Gentechnik auf dem Acker steigert nicht die Erträge und führt langfristig auch nicht  zu einer Reduktion des Spritzmitteleinsatzes.
  6. Die Produktion gentechnisch veränderter Pflanzen führt unmittelbar zu einer Patentierung des Saatguts und damit zu einer verstärkten Abhängigkeit der Landwirtschaft von sechs multinationalen Konzernen.

Was passiert mit mir, wenn ich gentechnisch veränderte Lebensmittel esse?

Klar ist: Durch Gentechnik werden Bestandteile in die Nahrung eingebaut, die der Mensch in dieser Form niemals im Lauf seiner Evolutionsgeschichte im Essen hatte. Über die neuen Produkte wissen wir nur sehr wenig. Aus den gängigen Fütterungsstudien an Tieren konnte bisher nicht auf die Langzeitauswirkungen gentechnisch veränderter Nahrung geschlossen werden. Denn diese Versuche dauerten in der Regel 28 Tage und nur bei besonderen Fragestellungen 90 Tage. Ergebnisse aktueller Langzeitfütterungsversuche stützen die Sorge, dass Gentech-Pflanzen nicht als sicher für die Ernährung von Mensch und Tier gelten können. Tierfütterungsstudien sind nur begrenzt auf Menschen übertragbar. Neue Studienergebnisse belegen aber die Notwendigkeit, Gentechnikprodukte so lange nicht in den Handel zu bringen, bis ihre Auswirkungen hinreichend geklärt sind. So lange die Klärung aussteht, erscheint es jedenfalls gesünder, auf gentechnisch veränderte Lebensmittel zu verzichten.

Forschungslage nicht genügend, gesundheitliche Sicherheit nicht belegt

Unzureichende Forschungsdaten konstatierte schon die EU Kommission 2005 in ihrer Antwort auf das Klageverfahren der Welthandelsorganisation (WTO).  Sie bemängelte, dass auf Basis vorhandener Forschungen keine Aussagen über Gesundheitseffekte von Gentech-Pflanzen getroffen werden können - außer die, dass sie nicht akut toxisch sind. Der Grund dafür sei der, dass keine Daten erhoben wurden. Es sei so lange gerechtfertigt, den Anbau von insektenresistenten Bt-Pflanzen zu untersagen, bis Informationen über alle potentiellen Nichtzielorganismen im Boden vorliegen. Für den gegenwärtigen Stand der Bt-Umweltsicherheitsbewertung in Europa - insbesondere das Bt-Toxin und von ihm ausgelöste, nicht beabsichtigte Wirkungen - räumte die EU-Kommission Gründe zur Besorgnis ein. Im großflächigen Anbau herbizidresistenter Pflanzen und der damit verbundenen Anwendung von Totalherbiziden sah sie mögliche Risiken mit negativen Auswirkungen auf Nahrungsketten. Sie deklarierte es als wissenschaftlich unvernünftig, aus in den USA, Australien oder anderen Nicht-EU-Ländern erhobenen Daten zur Toxizität von Bt-Pflanzen Schlüsse auf in der EU lebende Ziel- und Nichtzielorganismen zu ziehen, zumal schon innerhalb der EU die Empfindlichkeit der Zielorganismen in Bezug auf das Bt-Toxin erheblich variiere. Eine umfangreiche wissenschaftliche Auswertung der vorliegenden Studien zur Toxizität von Gentech-Pflanzen bestätigt das Dilemma der unzureichenden Forschungen mit dem Fazit, dass wissenschaftliche Belege zur gesundheitlichen Sicherheit von Gentechnikprodukten fehlen, weil es keine ausreichenden Studien gibt.

Beeinträchtigung des Immunsystems durch Gentech-Pflanzen?

Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel kommt zu dem Ergebnis, dass der Gentech-Mais MON810 signifikante Veränderungen im Immunsystems bewirken kann. Das WissenschaftlerInnen-Team um Elena Mengheri hat die Auswirkungen von MON810 an gerade nicht mehr gesäugten und an älteren Mäusen überprüft und kam zu Ergebnissen, die häufig in Zusammenhang mit Allergien und Unverträglichkeiten stehen.
Im Gegensatz zu den sonst üblichen Untersuchungen wurde vom italienischen ForscherInnen-Team nicht nur das Protein auf sein allergenes Potenzial überprüft, sondern die gentechnisch veränderte Pflanze verfüttert. Solche Tests werden bisher beim europäischen Zulassungsverfahren außer Acht gelassen. In Darm, Milz und Blut der Versuchstiere wurden Veränderungen gemessen, die auf Entzündungen oder allergische Reaktionen hindeuten. Am stärksten war der Effekt laut Studie bei Jungtieren. Bei jungen Lebewesen ist das Immunsystem noch nicht völlig ausgebildet, deshalb sind diese möglicherweise empfindlicher, so die AutorInnen.

Antibiotika-Resistenzgene im Essen?

In einer Vielzahl von Gentech-Pflanzen werden Antibiotika-Resistenzgene eingebaut. Sie dienen als Markergene, mit deren Hilfe lediglich festgestellt werden soll, ob die an der Pflanze vorgenommene Gentech-Manipulation erfolgreich war.
Aus gesundheitlicher Sicht bestehen erhebliche Einwände gegen die Anwendung von Resistenzgenen gegen Antibiotika zur Selektion der Gentech-Pflanzen. Die Freisetzungsrichtlinie 2001/18 schreibt deshalb ein Auslaufen von Antibiotika-Resistenzmarkergenen, die ein Risiko für Mensch und Natur darstellen, bei Freisetzungen bis zum Jahr 2008 vor. Durch Einsatz der genmanipulierten Pflanzen ist zu befürchten, dass bereits jetzt bedrohlich zunehmende Resistenzentwicklungen dieser noch verbreitet eingesetzten Breitband-Antibiotika verstärkt werden.
Laut Europäischer Behörde für Lebenmittelsicherheit (EFSA) ist z.B. das als Markergen in der Gentechnik verwendete Ampicillin ein „wichtiges Antibiotikum sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin“.

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