Presseaussendung, 16.06.2021

AKW Krško: Internationale Umweltschutzorganisationen verlangen vor Reaktor dessen Abschaltung

Bundesregierung ist aufgefordert, jetzt Kontakt mit Regierungen Sloweniens und Kroatiens aufzunehmen

Aktivisting vor AKW Krsko mit Schwild "Erdbebenzone"
 

Krško/Wien, am 16.06.2021 - Umweltschutzorganisationen aus sechs betroffenen Ländern setzen sich heute in einer gemeinsamen Aktion direkt vor dem Krško-Reaktor für die Abschaltung des bereits 40 Jahre alten AKWs ein, das mitten in einem Erdbeben-Gebiet steht.

Die Sicherheit betroffener Menschen sollte wichtiger sein, als Profitinteressen, betonen Agnes Zauner, Geschäftsführerin und Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000, zusammen mit den Partnerorganisationen Focus (Friends of the Earth Slowenien), Zelena Akcija (Friends of the Earth Kroatien), Centar za Zivotnu Sredinu (Friends of the Earth Bosnien und Herzegowina), Magyar Természetvédők Szövetsége (Friends of the Earth Ungarn) sowie Legambiente Italien. Daher gehöre der Reaktor aus Vorsorgegründen abgeschaltet.

„Krško ist das einzige Atomkraftwerk in Europa, das in einer roten Erdbeben-Risikozone betrieben wird“, sagt Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. „Nicht nur uns in Österreich, sondern natürlich auch den betroffenen Menschen in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Italien bereitet dieser altersschwache Hochrisiko-Reaktor große Sorgen. Gemeinsam verlangen wir von unseren Regierungen, sich entschlossen für die Sicherheit der Bevölkerung und gegen die Laufzeitverlängerung des 40 Jahre alten Reaktors einzusetzen.“

Bundesregierung: Teilnahme an UVP ist nicht genug

Die von der slowenischen und österreichischen Zivilgesellschaft überhaupt erst erkämpfte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist eine wichtige Chance, um gravierende Sicherheitsprobleme zur Sprache zu bringen. „Die von Umweltministerin Gewessler und von Außenminister Schallenberg versicherte Teilnahme Österreichs am UVP-Verfahren sollte eine Selbstverständlichkeit sein“, so Uhrig. „Entscheidend ist nun, was tatsächlich geprüft wird – unserer Information nach sollen Alterung und das wissenschaftlich belegte höhere Erdbeben-Risiko nicht neu untersucht werden – Die Teilnahme allein reicht also längst nicht aus, um eine tatsächliche Möglichkeit zur Stilllegung des Reaktors zu erkämpfen.“

Die UmweltschützerInnen erwarten von ihren RegierungsvertreterInnen, sich entschlossen für die tatsächliche Alterungs- und Erdbeben-Prüfung des Reaktors einzusetzen – und dazu jetzt rasch Kontakt aufzunehmen und Gespräche mit den verantwortlichen RegierungsvertreterInnen in Slowenien und Kroatien zu suchen, die zu gleichen Teilen Eigentümer sind.

Aktuelle Pressebilder der heutigen Aktion gibt es ab 16.06., 11:00h auf unserem Flickr-Kanal.