Neuigkeit, 07.10.2021

Die Tricks der AKW Krsko-Betreiber bei der UVP

Im Jahr 2020 haben wir vor Gericht die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gegen die geplante Betriebsverlängerung im Jahr 2023 erkämpft. Seitdem schweben wir im Ungewissen. Denn die Betreiber rücken die umfassende Dokumentation zur Umweltverträglichkeit des altersschwachen Reaktors einfach nicht heraus.

AKW Krsko

Die Betreiber verzögern die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)

Die Betreibergesellschaft spielt mit der Sicherheit der Menschen in ganz Mitteleuropa. Schon im März 2021 kündigte das slowenische Umweltministerium den Start der UVP an.
Seitdem warten wir auf die Unterlagen der Betreibergesellschaft des AKW Krško.

Jetzt geht die Betreibergesellschaft sogar so weit, dass sie für Auskünfte einfach „nicht zuhause“ sind. So wurden GLOBAL 2000-Einschreiben an die korrekte Postadresse der slowenischen Eigentümer mehrfach mit „unbekannt verzogen“ zurückgeschickt. Die Betreibergesellschaft nimmt die UVP also genauso wenig ernst wie die Gefahren aufgrund des spröden Reaktordruckbehälters und des permanenten Erdbeben-Risikos in der Region.

So funktioniert die UVP

Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) dient dazu, die Umweltauswirkungen der geplanten Laufzeitverlängerung des AKW Krško ganzheitlich zu betrachten und zum Schutze der Menschen notwendige Sicherheits-Upgrades durchzuführen.

Im UVP-Verfahren übergeben die Betreiber Dokumente zur Umweltverträglichkeit des Reaktors an Österreich. Nach Erhalt der Unterlagen, nehmen wir diese genauestens unter die Lupe, und fassen in einer Stellungnahme alle Mängel und Gefahren zusammen. Die Bevölkerung hat dann die Chance, Stellung zu nehmen und die unabhängige Prüfung von den slowenischen Behörden einzufordern. Dabei sollen durch unabhängige Expertinnen und Experten der Zustand des altersschwachen Reaktors überprüft, die Erdbeben-Gefahr am Standort Krško neu bewertet und die Möglichkeiten einer alternativen Stromversorgung durch Erneuerbare Energiequellen eingeschätzt werden.

Eine objektive Bewertung ermöglicht es uns, die Unsicherheit des Krško-Reaktors zu beweisen und dem atomaren Risiko endgültig ein Ende zu bereiten. Denn bei den massiven Sicherheitslücken des Risiko-Reaktors müssen sich die Betreiber entscheiden, ob sie lieber teuer nachrüsten oder kostengünstiger abschalten.

In der nachfolgenden Grafik haben wir für Sie die Schritte der Umweltverträglichkeitsprüfung dargestellt:

Schritte der UVP

Die Rolle der Österreichischen Bundesregierung

Die Bundesregierung betont im Regierungsprogramm auf Seite 81, dass sie unter anderem dem Neu- und Ausbau von Atomkraftwerken in Europa mit allen Mitteln entgegenwirken, unabhängige Prüfungen von Atomkraftwerken durchführen lassen und gegen grenznahe, hochradioaktive Atommüll-Lager einschreiten wird.

Kanzler Schallenberg als Regierungschef und die zuständige Ministerin Leonore Gewessler müssen sich bei ihren slowenischen Kolleginnen und Kollegen für die UVP einsetzen. Nur so kann der Risiko-Reaktor vom Netz gehen. Denn wir sind davon überzeugt, dass aus den Unterlagen der Betreiber hervorgeht, dass der Reaktor für Mensch und Umwelt eine tickende Zeitbombe darstellt. Einer unabhängigen Prüfung auf Erdbeben-Sicherheit wird er nicht standhalten, da nach aktuellen geologischen Forschungen die Beständigkeit bei schweren Erderschütterungen nicht gegeben ist. Der Uralt-Reaktor ist außerdem komplett spröde und hat häufig Störfälle. Der Reaktor muss also abgeschaltet werden. Die Betreiber wollen und können nämlich bestimmt nicht die notwendigen Sicherheits-Upgrades bezahlen.

Helfen Sie mit, dass das AKW Krško nach Ende seiner Laufzeit im Jahr 2023 nicht noch weitere 20 Jahre in Betrieb geht, und unterschreiben Sie unsere Petition. Die Betreibergesellschaft muss für ihr jahrelanges, fahrlässiges Handeln endlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Jetzt Krsko stoppen

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