Menschen sitzen im Garten in der Stadt

Unser Lebensstil – also die Art, wie wir uns fortbewegen, was wir essen, was und wie viel wir kaufen und in welchen Häusern wir leben – hat direkten Einfluss auf unser Klima. Um die Auswirkungen unseres Lebensstils auf die Treibhausgasemissionen Österreichs aufzuzeigen, haben wir vier imaginäre Personen geschaffen und deren jährliche Klimabilanz errechnet.

Der Alltag von Susi

Susi lebt in einer erst kürzlich sanierten Altbauwohnung in der Stadt. Sie bezieht Ökostrom und setzt in ihrem Haushalt generell auf Energieeffizienz (LED-Beleuchtung, Induktionsherd, energiesparenden Haushaltsgeräten). Susi ist Vegetarierin und legt großen Wert auf, biologische, regionale und saisonale Lebensmittel. Sie erfreut sich an den Dingen, die sie hat und kauft nur nach, was kaputt geht und nicht mehr reparierbar ist. Die meisten Wege in der Stadt kann sie mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. In ihrem Urlaub genießt sie die wunderschönen Landschaft Österreichs beim Wandern.

Der Alltag von Martin

Martin besitzt eine Dachgeschosswohnung. Die Wohnung ist alt und wurde bisher nicht saniert. Mit der Erdgasheizung bekommt er die Wohnung auch im tiefsten Winter kuschelig warm. Er bezieht den Strom vom gewöhnlichen Landesversorger. Von LED hält er wenig, das Licht von 100 Watt Glühbirnen ist viel schöner. Elektrogeräte betreibt er immer die neuesten, die somit am aktuellsten Stand der Energieeffizienz sind. Martin ist ein richtiger Fleischtiger – bio, saisonal und regional sind für ihn Fremdwörter. Sein Urlaub verbringt er gerne im weit entfernten Ausland. Sein Lieblingsobjekt ist seine Luxuskarosse, die er gerne zur Fahrt in die Arbeit benutzt.

Wohnen: 1,1 Tonnen CO2eq / Jahr
Konsum: 3,3 Tonnen CO2eq / Jahr
Mobilität: 0,0 Tonnen CO2eq / Jahr
Gesamt: 4,4 Tonnen CO2eq / Jahr

Wohnen: 8,3 Tonnen CO2eq / Jahr
Konsum: 8,7 Tonnen CO2eq / Jahr
Mobilität: 4,4 Tonnen CO2eq / Jahr
Gesamt: 21,4 Tonnen CO2eq / Jahr

Der Alltag von Thomas

Thomas lebt mit seiner Frau und deren beiden Kindern in einem brandneu errichteten Einfamilienhaus am Land. Das Haus ist in Passivhaus-Bauweise, mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage gebaut. Bei ihm kommt nur Ökostrom aus der Steckdose, mit dem er auch sein E-Auto auflädt. Für das Pendeln in die Arbeit setzt er jedoch trotzdem auf den Zug, das Auto braucht er nur für die Strecken zwischen den Ortschaften. Er setzt im Haushalt auf Energieeffizienz und nutzt die Dinge, bis sie irgendwann nicht mehr reparierbar sind. Im Urlaub reist er und seine Familie gerne mit dem Nachtzug nach Italien.

Der Alltag von Nathalie

Nathalie lebt mit ihrem Mann in einem geerbten Einfamilienhaus am Land. Leider zieht es stark durch die Fenster, aber wenn der Ölkessel auf Hochtouren läuft, wird es warm genug. Dass man dem Stromanbieter anwechseln kann, das wusste sie bisher nicht. Ihre Elektrogeräte inkl. Gasherd sind schon ziemlich alt. Nathalie isst gerne und regelmäßig Fleisch, vor allem weil es vom Bauernnebenan kommt. Ansonsten achtet sie beim Kauf von Lebensmitteln auf den Preis. Dem Konsumwahn ist sie nicht verfallen, nur Kleidung shoppt sie gerne und oft. Stolz ist sie auf ihren Geländewagen, mit dem sie viele Kilometer pro Jahr fährt.

Wohnen: 0,5 Tonnen CO2eq / Jahr
Konsum: 3,2 Tonnen CO2eq / Jahr
Mobilität: 0,1 Tonnen CO2eq / Jahr
Gesamt: 3,8 Tonnen CO2eq / Jahr

Wohnen: 6,9 Tonnen CO2eq / Jahr
Konsum: 6,6 Tonnen CO2eq / Jahr
Mobilität: 6,3 Tonnen CO2eq / Jahr
Gesamt: 19,8 Tonnen CO2eq / Jahr

Was wäre, wenn...

...wir alle mehr so wie Susi und Thomas, statt wie Martin und Nathalie leben würden?

Wenn alle Menschen in der Stadt wie Susi und auf dem Land so wie Thomas leben würden, würden Österreichs CO2-Emissionen jährlich 34,3 Millionen Tonnen CO2eq betragen. Wenn alle Menschen in der Stadt wie Martin und auf dem Land so wie Nathalie leben würden, würden Österreichs CO2-Emissionen jährlich 173,5 Millionen Tonnen CO2eq betragen.

Egal ob wir in der Stadt oder am Land leben, wir haben es in der Hand, umweltschonend durch unser Leben zu gehen. Wir können ein gutes Leben führen, ohne ständig neuen Dingen nachlaufen zu müssen. Wir können zufrieden sein, mit dem was wir haben und unsere Produkte solange verwenden und bei Defekt reparieren lassen, wie nur möglich. Falls dann wirklich mal etwas Neues angeschafft werden muss, dann etwas Gebrauchtes oder bei einem Neugerät ein sehr energieeffizientes.

Wir alle können zu einem Stromversorger mit Ökostrom wechseln, öfter mal das Auto stehen lassen und unseren Urlaub im wunderschönen Österreich genießen, ohne dabei ins Flugzeug steigen zu müssen. Gegen eine Fahrt mit dem Nachtzug ans Meer spricht aber auch nichts! Im Supermarkt haben wir bei beinahe allen Lebensmittel auch die Möglichkeit Bio-Produkte zu kaufen und auf Tomaten im Winter lässt sich sowieso leicht verzichten. Fleisch ist etwas sehr wertvolles und kommt nur ein bis maximal zwei Mal pro Woche auf den Teller.

Infosgrafik: Auswirkungen des Lebensstils auf das Klima

Detailliertere Zahlen sowie Quellenangaben finden Sie in der Studie, siehe Downloadbereich unten.