Jigme Singhe ist ein kleiner Bub aus Bhutan. Er wohnt mit seinen Eltern, den Großeltern und seinen vier Geschwistern unter ärmlichen Bedingungen in einem kleinen Dorf auf über 2.500 Metern Seehöhe. Jigme trägt den Namen eines einstigen großen Herrschers Bhutans, der als Modernisierer des Landes und als Begründer des „Bruttosozialglücks“ (Gross National Happiness, GNH) gilt. Obwohl Bhutan zu den ärmsten Ländern der Erde zählt und Jigmes Chancen auf ein erfülltes Leben zumindest im westlichen Sinne sehr gering sind, ist er laut dem GNH-Index ein glückliches Kind.

Messgröße „Bruttosozialglück“
Der in Bhutan geprägte Begriff des „Bruttosozialglücks“  ist eine Messgröße für nachhaltige Entwicklung. Das besondere daran: Hier geht es nicht primär um volkswirtschaftliche Größen wie dem Bruttoinlandsprodukt. Viel mehr zählen kulturelle, soziale und ökologische Faktoren. Die Wirtschaft des Landes ist, ganz entgegen dem Modell der westlichen Welt, nicht auf Wachstum ausgerichtet. Ökonomische Entscheidungen werden dem Umwelt- und Naturschutz unterstellt — das ist sogar in der Verfassung festgeschrieben. Und die Prägung der Bevölkerung in die entscheidende Richtung beginnt von Kindesbeinen an. Bereits in der Schule lernen die kleinen BhutanesInnen mit der Natur achtsam umzugehen und Ressourcen, Artenreichtum und natürliche Lebensräume wertzuschätzen.

Obgleich das politische System in Bhutan zweifelsohne Missstände aufweist, sind die BhutanesInnen glückliche Menschen. Und das dort praktizierte Entwicklungsmodell gilt weltweit als Paradebeispiel für eine neue wirtschaftliche  Ordnung.

Kein Stockerl-Platz für Österreich
Laut UNO Happiness-Report leben die glücklichsten Menschen der Welt in Dänemark, Finnland und Norwegen, gefolgt von den Niederlanden, Kanada, Schweiz, Schweden und Neuseeland. Österreich belegt nach Costa Rica nur den 13. Platz, Deutschland gar Platz 30. Was haben die DänInnen, was wir ÖsterreicherInnen nicht haben?

Geld allein macht nicht glücklich
Zwar galt Wohlstand lange Zeit als Schlüssel zum Glück, mittlerweile weiß man jedoch, dass es im Leben auf andere Dinge ankommt. Es hat sich herausgestellt, dass die allseits beliebten Shopping-Touren keine dauerhaften Glücklichmacher sind. Die Freude am neu Erworbenen hält umso kürzer an, je öfter wir uns mit einer Einkaufsrunde belohnen. Der Gewöhnungseffekt macht uns zu SklavInnen des Konsums und des dafür benötigten Geldes.

Was ist es also, was uns Glück beschert?
Sind es neben der Befriedigung gewisser Grundbedürfnisse eine positive innere Einstellung, die Möglichkeit der Selbstbestimmung oder gute zwischenmenschliche Beziehungen? Die Glücksforschung sucht nach den Bedingungen, unter denen Glück und Zufriedenheit entstehen und gedeihen.

Dabei wird offensichtlich, dass es kein Patentrezept für das große persönliche Glück gibt.
Einige nennenswerte Glücksfaktoren lassen sich aber sehr wohl identifizieren. Hierzu zählen eine umfassende soziale und gesundheitliche Versorgung, Zugang zu Bildung, Verteilungsgerechtigkeit, ein starkes Gemeinschaftsgefühl, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit und vor allem eine gesunde Umwelt.

Wir von GLOBAL 2000 meinen: Eine gesunde Umwelt ist Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben. Schützen wir sie!