Rosen gelten als die Blumen der Liebe und als das Valentinstagsgeschenk schlechthin. Welchen Preis dafür aber die Umwelt und die Gesundheit der ArbeiterInnen in den Blumenfarmen bezahlen, darüber sind sich die wenigsten bewusst. Bei unserem Schnittblumentest haben wir bis zu 31 verschiedene Pestizide auf der Blume der Liebe gefunden.

Rosen: Pestizidmix gefunden

Anlässlich des Valentinstages testeten wir im Jänner 2013 Schnittblumen aus verschiedenen Supermärkten auf Pestizidrückstände. Wir untersuchten Rosen, Tulpen, Nelken und Gerbera und stießen auf erschreckende Ergebnisse: Während die untersuchten Tulpen und die Gerbera nur sehr geringe bzw. geringe Pestizidbelastungen aufwiesen, waren die Rosen, die allesamt aus afrikanischen Ländern stammten, mit bis zu 31 Pestiziden belastet, in Mengen, die bis zum Hundertfachen der in Obst und Gemüse üblichen Konzentrationen betragen. (siehe Tabelle - LINK)

Monokulturen sind schuld

Die riesige Nachfrage nach Rosen bedingt Massenproduktion in Monokultur. Monokulturen sind sehr anfällig für Schädlinge, die in den afrikanischen Herkunftsländern zumeist mit einem massivem Einsatz von Pestiziden bekämpft werden. Deshalb haben wir vor allem auf Rosen Pestizide gefunden. Zahlreiche der gefundenen Pestizidwirkstoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erregen oder gelten als erbgutverändernd, fruchtschädigend oder hormonell wirksam. Viele können zudem haut-, augen- oder atemreizend wirken.

Gesundheitsrisiken sind groß

Über eine mögliche Gefährdung der mit solch pestizidbelasteten Blumen beschenkten KonsumentInnen kann nur spekuliert werden. Sicher ist aber, dass der massive Einsatz von Pestiziden für die PflückerInnen und die Pestizid-Spritztrupps in den afrikanischen Herkunftsländern ein erhebliches Gesundheitsrisiko bedeuten kann. Dramatisch können sich die mit Pestiziden vergifteten Abwässer auch auf das umliegende Ökosystem auswirken, da die Pestizide meist ungefiltert in die angrenzenden Seen und Flüsse eingeleitet werden.

Alternative Pflanzenschutzmittel bei Tulpen

Dass die Tulpen nur sehr gering mit Pestiziden belastet sind, hängt einerseits mit der kurzen Zeitspanne zwischen dem ersten Sprießen und der Ernte zusammen und andererseits damit, dass in Europa verstärkt alternative Pflanzenschutzmaßnahmen - wie zum Beispiel der Einsatz von „nützlichen Insekten“ gegen „schädliche Insekten“ - angewendet werden.

Fairtrade die bessere Wahl

Unter den getesteten Rosen waren auch drei Sträuße, die das Fairtrade-Siegel trugen. Hinsichtlich der Pestizidbelastung schnitten diese nur tendenziell besser ab als konventionelle Rosen. Trotzdem sind Fairtrade-Blumen die bessere Wahl, da sie, abgesehen von besseren Preisen für die ProduzentInnen und gerechteren Löhnen für die ArbeiterInnen auch auf einen besseren Schutz der ArbeitnehmerInnen achten. Pestizidanwendungen dürfen gemäß der Fairtrade-Richtlinien ausschließlich in Abwesenheit der PflückerInnen erfolgen und die SprüherInnen müssen über Schutzkleidung auf dem Stand der Technik verfügen.

Rosen: Verbesserungspotenzial

Unser Test zeigt, dass bei Rosen Pestizid-Belastungen erschreckend hoch sind und in den afrikanischen Herkunftsländern sehr viel Verbesserungspotential gegeben ist. Es ist das Gebot der Stunde, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel durch alternative Maßnahmen zu ersetzen. Der Handel ist gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen und Anreize für einen umweltverträglichen Blumen-Anbau zu schaffen. Für die KonsumentIn stellt sich die Frage, ob Rosen unter solchen Bedingungen wirklich die Freude bringen, die ihr schöner Anblick vermittelt.

GLOBAL 2000 empfiehlt deshalb den KonsumentInnen: Sofern verfügbar, lieber Bio-Blumen schenken oder auf wenig belastete Produkte wie Tulpen zurückgreifen. Eine hübsche Alternative gerade zum Valentinstag sind auch duftende Hyazinthen oder Narzissen in Glas- oder Porzellangefäßen, die zudem eine langanhaltende Freude versprechen.

Mehr Infos zum Schnittblumen-Test:

- Hintergrundpapier zum Schnittblumen-Test
- Ergebnisstabelle Schnittblumen-Test

- Stellungnahme Fairtrade
- Stellungnahme SPAR
- Stellungnahme Hofer