Heute wurde die Treibhausgasbilanz 2013 für Österreich präsentiert, die minimale Einsparungen gegenüber dem Vorjahr ausweist. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht deshalb aber keinen Grund zum Jubeln, sondern deutlichen Handlungsbedarf: „Die Regierung ist aufgefordert die Ärmel hochzukremplen und die Arbeit beim Klimaschutz endlich aufzunehmen. Zwar wurde eine minimale Einsparung an Treibhausgasemissionen erreicht, mittel- und langfristig ist Österreich aber leider nicht auf Zielkurs. Der Lackmustest für die Regierung wird das bereits bis März versprochene Maßnahmenpaket für Klimaschutz sein, das deutliche Akzente setzen muss. Die Erwartungshaltung ist groß“, so Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klimasprecher.

Steigerung der Treibhausgasemissionen um 1,1 Mio. Tonnen gegenüber 1990

Das aktuelle Emissionsniveau liegt zwar minimal unter jenem des Vorjahres, aber immer noch klar über dem Emissionsniveau von 1990 von 78,2 Mio. Tonnen, das international als Basisjahr herangezogen wird. Damit liegt Österreich auch rund 11 Mio. Tonnen über dem Kyoto-Zielwert von 68,8 Mio. Tonnen, das bereits bis 2012 erreicht werden hätte sollen. Bis 2020 müssen Industrienationen ihre Treibhausgasemissionen aber um 25 bis 40 % senken und bis 2050 ist eine Reduktion um 80 bis 95 % für den Klimaschutz notwendig. GLOBAL 2000 sieht deshalb vor allem langfristig Probleme auf Österreich zukommen, wenn nicht entschlossen gehandelt wird. „Dass sich Österreich bis 2020 wenig vornimmt, wird sich langfristig rächen und Klimaschutz unnötig verteuern. Wir sollten deshalb die günstige Ausgangsposition nutzen und deutlich mehr Akzente setzen“, so Wahlmüller.

Konjunkturpaket für Klimaschutz gefordert

Dazu ist ein Umdenken in der Politik gefordert, die derzeit kaum Akzente für Klimaschutz setzt, im Gegenteil: Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Andrä Rupprechter hatten erst vor wenigen Wochen die Sanierungsförderung des Bundes 2015 präsentiert, die gegenüber dem Vorjahr um 20 % gekürzt wurde und auch im erst vor wenigen Tagen präsentierten Konjunkturpaket der Bundesregierung fehlt Klimaschutz völlig. Die Umweltschutzorganisation fordert deshalb ein Konjunkturpaket für den Klimaschutz und sieht als zentrale Maßnahmen die Ökologisierung des Steuersystems, eine Forcierung der thermischen Sanierung und eine Offensive für sanfte Formen der Mobilität an: „Es braucht ein Konjunkturpaket für den Klimaschutz, das unser Land langfristig auf Zielkurs bringt und dringend notwendige Arbeitsplätze schafft. Als ersten Schritt sollte die Regierung nun darauf achtgeben, dass beim jetzt präsentierten Konjunkturpaket und bei der begrüßenswerten Wohnbauoffensive moderne Umweltstandards eingehalten werden“, so Wahlmüller abschließend.