Verbund würde VOEST als größten CO2-Emittenten überholen. UmweltschützerInnen fordern mehr Energieeffizienz und Ökostrom.

Wien (25. März 2009). Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 protestiert heute bei der Hauptversammlung des Verbund-Konzerns gegen die Pläne zum Bau weiterer kalorischer Kraftwerke. Vor dem Gebäude der Industriellen Vereinigung haben AktivistInnen ein großes Transparent im typischen Verbund-Sujet mit der Aufschrift „CO2-Schleudern powered by Verbund“ errichtet. „Der Verbund plant bzw. baut drei riesige kalorische Kraftwerke in Mellach, Klagenfurt und Dürnrohr, die insgesamt mehr als sechs Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich in die Luft blasen würden. Das ist in Zeiten des globalen Klimawandels kurzsichtig und völlig verantwortungslos“, so Heinz Högelsberger, GLOBAL 2000 Energieexperte. „Der Verbund-Konzern agiert scheinheilig, da er sich in der Werbung immer als sauberer Wasserkraftproduzent gebärdet, sich in der Realität aber zum größten Klimazerstörer Österreichs entwickelt.“

GLOBAL 2000

Denn mit der Errichtung der drei kalorischen Kraftwerke würde der Verbund der VOEST den Rang als „CO2-Emittent Nr. 1“ ablaufen. Die VOEST ist mit derzeit rund 8 Millionen Tonnen CO2 für immerhin ein Zehntel der österreichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich. MitarbeiterInnen von GLOBAL 2000 werden zusätzlich zur Aktion ihre Rechte als kritische AktionärInnen wahrnehmen und das Verbund-Management mit unangenehmen Fragen konfrontieren. „Die drei Kraftwerksprojekte sind nicht nur eine klimapolitische Katastrophe, sondern auch eine betriebswirtschaftliche Dummheit: Mellach und Klagenfurt sollen mit Gas betrieben werden, dessen Versorgungssicherheit der Verbund nicht garantieren kann. Und im 21. Jahrhundert in Dürnrohr noch ein weiteres Kohlekraftwerk zu planen, zeugt von immenser Rückschrittlichkeit. Für alle diese Kraftwerke werden gigantische Mengen an CO2-Zertifikaten gekauft werden müssen“, empört sich Högelsberger.

So rechnet der Verband österreichischer Elektrizitätsunternehmen (VEO), dass im Jahr 2013 der Zertifikatspreis für eine Tonne CO2 bei 40 Euro liegen wird. Für die zusätzlichen sechs Millionen Tonnen CO2 hätte der Verbund und zu 51 Prozent die SteuerzahlerInnen alljährlich 240 Millionen Euro für Verschmutzungsrechte zu berappen. „Allein für das überdimensionierte Kraftwerk Mellach würden nach sieben Jahren Betrieb die Zertifikatskosten die Baukosten überschreiten. Die Ausbaupläne des Verbundes gehören sofort gestoppt. Jetzt ist Wirtschaftsminister Mitterlehner als Mehrheitseigentümer am Zug, der endlich klimapolitisches Verantwortungsbewusstsein zeigen muss“, fordert Högelsberger abschließend.

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at, GLOBAL 2000 Energieexperte: Heinz Högelsberger, Tel.: 01/812 57 30-18, E-Mail: heinz.hoegelsberger@global2000.at

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