Mit einer 50köpfigen Delegation, davon 25 Kinder aus der Ukraine, wurde heute das 2.000 „Tschernobyl-Kind“, das durch das GLOBAL 2000 Projekt Österreich besuchen kann, von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer empfangen. „Ich kann mich noch gut an die Katastrophe in Tschernobyl in den 80er Jahren erinnern, damals war ich Minister für Wissenschaft und Forschung. Ein Dank an alle Beteiligten für die langjährige humanitäre, grenzüberschreitende Hilfe - auch noch 28 Jahre nach dem Unfall!“ so der Bundespräsident beim Besuch. Die Kinder sangen, überbrachten eine Fotocollage, bemalte Schalen, handgestickte Tischdecken und Servietten als Geschenke und zeigten ihre Freude darüber, in Österreich einen mehrwöchigen fröhlichen und spannenden Erholungsurlaub in gesunder und liebevoller Umgebung erleben zu dürfen, den sie wohl nie wieder vergessen werden!

Denn die „Tschernobyl-Kinder“ wachsen unter den widrigsten Bedingungen auf, mit Krankheiten wie Leukämie in einem Gesundheitssystem, das ohne Selbstfinanzierung kaum jemanden gesund macht, in einer Umwelt, die durch jahrzehntelange industrielle Verschmutzung lebensfeindlich geworden ist, und seit kurzem auch noch in den kriegsähnlichen Wirren ihrer Heimat. Da ist der Besuch in Österreich wie der in einer anderen Welt. „Hier machen sie Erfahrungen, die sie nie vergessen werden und die ihrem Leben ganz neue Impulse geben. Da passieren oft Dinge, die kleine Wunder sind“, erzählt Dr. Christoph Otto, seit Beginn an Leiter des Projektes Tschernobyl-Kinder bei der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Seit 19 Jahren kann GLOBAL 2000 etwas Licht in ihr tragisches Leben bringen. Für mehrere Wochen reisen jedes Jahr im Sommer etwa 150 Kinder auf Gesundungs- und Erholungsurlaub nach Österreich, um ein Stückchen gesünder zu werden, sich zu erholen und wunderschöne Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Nickelsdorf, Apetlon (Burgenland), Ybbs, Loosdorf, Hagenbrunn, Weinburg (Niederösterreich), Hörbranz (Vorarlberg) und Großsteinbach (Steiermark) sind heuer wieder die Urlaubsziele – dort haben sich Personenkomittees, Vereine und Gemeinden ein tolles Programm für die Kinder ausgedacht: Neben ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen wird z.B. Valeriia Yermolaienko mit ihren Freunden in Ybbs viel spielen, wandern, schwimmen, mit einem Schiff fahren, die Alpen entdecken und viele interessante Orte und Menschen kennenlernen.

Valeriia Yermolaienko, das 2.000 Kind, das mit GLOBAL 2000 aus der Ukraine nach Österreich kommt, leidet an akuter lymphatischer Leukämie. Das 7-jährige Mädchen darf sich schon das zweite Mal in Österreich erholen, nachdem der erste Aufenthalt vor einem Jahr ihre schwierige Gesundung massiv beschleunigt hat.

„Danke an alle österreichischen SpenderInnen und an die langjährigen, verlässlichen und wirklich großzügigen Partner Allianz, AUA und Ströck“, so Leonore Gewessler, GLOBAL 2000 Geschäftsführerin, „nur durch sie konnten wir in den letzten 19 Jahren für 2.000 Kinder Gesundungs- und Erholungsurlaube organisieren und für insgesamt 3,3 Mio. Euro zahlreiche Hilfsmittel, darunter medizinische Geräte, Krankenhausbedarf, Hygieneartikel, Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Heizkörper und Winterkleidung in die Ukraine bringen. Besonders in der jetzigen Krise ist jede Hilfe Gold wert!“

Am Foto zu sehen (Fotocredit: Christoph Liebentritt / GLOBAL 2000 - Abdruck zu PR Zwecken honorarfrei, v.r.n.l.): Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit dem 2.000. "Tschernobyl-Kind" Valeriia Yermolaienko, Leonore Gewessler, Geschäftsführerin GLOBAL 2000, und Dr. Christoph Otto, Leiter des GLOBAL 2000 Tschernobyl-Kinder-Projektes

Wer helfen möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto von GLOBAL 2000 tun: IBAN AT24 2011 1822 2084 4701, Kennwort Tschernobyl-Kinder