Heute wurde in Berlin der dritte Teil des Weltklimaberichtes präsentiert, der sich mit den Möglichkeiten befasst, eine schlimmere Klimakrise noch zu vermeiden. Die Steigerung der Energieeffizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Ausstieg aus fossiler Energie sind dabei die wichtigsten Aufgaben.

Verbrennung von Kohle ist weltweit einer der wichtigsten Faktoren für den Ausstoß von CO2-Emissionen

Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert deshalb jetzt den Ausstieg aus der Verstromung von Kohle in Österreich. GLOBAL 2000 Klimasprecher Johannes Wahlmüller: "Die Verbrennung von Kohle ist weltweit einer der wichtigsten Faktoren für den Ausstoß von CO2-Emissionen, Kohlekraftwerke sind die klimaschädlichste Form, Elektrizität zu produzieren. Kohlekraftwerke in Österreich brauchen ein Ablaufdatum."

Verbindliches Aus für Kohlekraftwerke in Österreich gefordert

Erst vor wenigen Tagen hat die Umweltorganisation den Verbund aufgefordert, seiner Werbelinie von 100% Wasserkraft zu entsprechen und einen verbindlichen Ausstiegsplan aus Kohle vorzulegen. In Österreich werden in den Kohlekraftwerke Mellach (Verbund) und Dürnrohr (Verbund, EVN) jährlich etwa 1,5 Mio. Tonnen Kohle verbrannt, CO2-Emissionen von etwa 3,5 Mio. Tonnen entstehen dabei durchschnittlich pro Jahr. Für das Kohlekraftwerk Riedersbach (Energie AG) wurde mit 2016 bereits ein Ausstiegszeitpunkt genannt, bei den Kraftwerken Dürnrohr und Mellach fehlen bis dato noch derartige Abschaltpläne."Wir appellieren an den Verbund als den größten Kohlestromproduzenten Österreichs einen Ausstiegsplan aus der Kohleverstromung zu erstellen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", so Wahlmüller.

Renaissance der Kohleverstromung in Europa aufgrund niedrigen CO2-Preises im Emissionshandel

In Europa findet derzeit eine Renaissance der Kohleverstromung statt, weil der CO2-Preis im Emissionshandel keine wirksamen Anreize setzt die CO2-Emissionen zu verringern. Ausreichend starke Reformen sind im Moment aber nicht absehbar. "Das Totalversagen des Emissionshandels darf nicht dazu führen, dass wir noch Jahrzehnte an der klimaschädlichen Kohleverstromung festhalten. Wir müssen jetzt andere Wege zu einem klimafreundlichen Energiesystem finden. Österreich soll hier eine Vorreiterrolle einnehmen und geplant und koordiniert aus der Kohleverstromung aussteigen", so Wahlmüller abschließend.