Stopp Mochovce Postkarte Vorderseite

Wien, am 12. März 2019 – Heute besucht die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger ihre slowakischen Ministerkollegen in Bratislava, um auf die ungelöste Sicherheitsfrage und die noch ausständige grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung für Reaktor 3 des AKW Mochovce hinzuweisen. "Wir begrüßen es, dass sich Ministerin Köstinger des so wichtigen Themas annimmt und so Bewegung in den Kampf gegen die Inbetriebnahme von Mochovce 3 kommt", sagt der GLOBAL 2000 Atom-Sprecher Reinhard Uhrig. "Der Hochrisikoreaktor liegt nur 150 Kilometer von Wien entfernt und stellt für die ÖsterreicherInnen eine echt Bedrohung dar, daher wenden wir uns mit unserem dringenden Appell an Bundeskanzler Sebastian Kurz, das Thema auch zur Chefsache zu machen und alles zu unternehmen, die für Juli geplante Inbetriebnahme von Mochovce 3 zu verhindern!"

Die österreichische Bundesregierung spricht sich in ihrem Regierungsprogramm* klar gegen Atomkraft aus. Bundeskanzler Kurz kündigte an, dass er mit allen Mitteln gegen den Neubau von AKWs vorgehen wird – dazu ist jetzt höchste Zeit: Erstmals seit über einem Jahrzehnt soll in Europa ein Atom-Reaktor in Betrieb gehen. Anfang Juli soll der slowakische Uralt-Reaktor nach 34 Jahren Bauzeit in Betrieb gehen. Gravierendste Sicherheitsmängel sind immer noch nicht repariert, eine versprochene grenzüberschreitende Prüfung ist nie passiert.

Aus Sicht von GLOBAL 2000 gibt es mehrere Ansatzpunkte der Bundesregierung gegen die Inbetriebnahme von Mochovce 3:
- eine versprochene grenzüberschreitende Prüfung (UVP) steht aus
- der Uralt-Reaktor ist nicht am Stand der Technik
- und nicht gegen Flugzeug-Absturz gesichert
- durch Chaos und Pfusch am Bau kommt es zu immer neuen Problemen und Pannen.

GLOBAL 2000 sieht eine Zusammenarbeit aller RegierungsvertreterInnen und NGOs nötig, um die Chance zu nutzen, aufgrund der katastrophalen technischen Lage und auf Basis von Informanten gemeinsam die Inbetriebnahme von Mochovce 3 zu stoppen. „Bundeskanzler Kurz kann z. B. beim Europäischen Rat in Brüssel am 22. März das Thema auf die Agenda[1] setzen lassen - gemäß dem Motto der Österreichischen Ratspräsidentschaft ‚Ein Europa, das schützt‘[2].“

GLOBAL 2000 Postkarten-Aktion an Bundeskanzler Kurz
Nachdem bereits über 20.000 Personen eine Online-Petition an Kanzler Kurz unterzeichnet haben, startet GLOBAL 2000 heute den Versand von Postkarten an ihn mit der Aufforderung, gemeinsam mit GLOBAL 2000 aktiv zu werden und erstmals seit Zwentendorf die Inbetriebnahme eines Atomreaktors in der Nähe von Österreich zu stoppen.

Hier geht's zur Postkarten-Aktion

[1] www.consilium.europa.eu/de/meetings/european-council/2019/03/21-22/

[2] www.eu2018.at/de/agenda-priorities/priorities.html

*„Dem Neu- und Ausbau von Atomkraftwerken in Europa, insbesondere in den Nachbarländern, mit allen zur Verfügung stehenden politischen und rechtlichen Mitteln entgegenwirken“ Regierungsprogramm S. 171