PRESSEINFORMATION

GLOBAL 2000 legt 5 Punkte Programm vor

Wien (3. September 2008). Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt eindringlich vor dem steigenden atomaren Risiko durch den geplanten Ausbau des AKW Mochovce für die Bevölkerung in der Slowakei und Österreich. „Die erschreckende Serie von Pannen und Störfällen bei AKW in Slowenien, Schweden, Deutschland, Frankreich, Belgien und Niederlande in den letzten zwei Jahren zeigt deutlich: Atomkraft ist eine Hochrisiko-Technologie. Der Störfall ist der Normalfall. Daher darf Atomkraft keine Zukunft haben," so Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000.

Die slowakische Regierung plant die Errichtung von 2 weiteren Reaktorblöcken am Standort Mochovce, deren Design aus den 70er Jahren stammt. Entgegen den Behauptungen der Betreiber sind wesentliche Verbesserungen aufgrund der bereits fertiggestellten baulichen

Strukturen am Standort nur äußerst begrenzt durchführbar. Silva Herrmann bilanziert: „Hier wird das alte Risiko mit einem neuen Mascherl verpackt. Davor darf die österreichische Bundesregierung nicht die Augen verschließen. Es ist ihre Verantwortung, im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung gegen den Ausbau von Mochovce zu arbeiten."

GLOBAL 2000 legt ein 5 Punkte Aktionsprogramm für die Bundesregierung zu

Mochovce vor:

1. Die EU-Kommission hat in ihrer Stellungnahme von Juli 2008 zu Mochovce 3 und 4 starke Sicherheitsbedenken geäußert. Dies muss die österreichische Bundesregierung aufgreifen und politischen Druck gegenüber der slowakischen Regierung im Verbund mit anderen Nachbarstaaten aufbauen.

2. Österreichs Bundesregierung muss auf eine grenzüberschreitende UVP

bestehen. Es ist absurd, auf der Basis einer Baugenehmigung von 1986 und ohne BürgerInnen-Beteiligung heute ein derartiges Projekt zu bauen. Die Bundesregierung muss im Falle der Einleitung einer grenzüberschreitenden UVP auch kontrollieren, ob diese tatsächlich den höchsten Standards entspricht.

3. Österreichs Bundesregierung muss die EU-Kommission auffordern, von der slowakischen Seite eine EU-konforme UVP und höchste Sicherheitsstandards zu verlangen.

4. Österreich muss die Energiepartnerschaft mit der Slowakei finanziell und strukturell deutlich ausbauen, damit nachhaltige Energielösungen in der Slowakei ganz praktisch unterstützt werden können.

5. Österreich importiert immer mehr Atomstrom. Damit Österreichs Antiatom-Politik wieder glaubwürdig wird, braucht es eine starke Energiespar- und Energieeffizienzpolitik. Dann werden Stromimporte überflüssig. Bis diese greift braucht es eine Selbstverpflichtung von Verbund und Landesenergieversorgern - die sich noch immer mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden - auf Atomstrom- bzw. „Egalstrom“-Einkäufe von europäischen Strombörsen zu verzichten.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Anti-Atom-Sprecherin Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, presse@global2000.at