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Wien, am 27. November 2018 - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zeigt sich nach dem heute veröffentlichten UNEP Emissions Gap Report alarmiert: „Während die Bevölkerung berechtigte Angst vor einer Klimakatastrophe hat, träumt die Politik in der EU und in Österreich vor sich hin. Dieses Alarmsignal muss dringend wahrgenommen werden. Die EU unter der österreichischen Ratspräsidentschaft darf jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Sie muss bei der kommenden Klimakonferenz eine komplette Überarbeitung der eigenen Klimapläne zusagen und Österreich braucht endlich einen Plan, wie wir unsere Klimaziele erreichen wollen“, fordert Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Der UNEP Emissions Gap Report, der jährlich vor der Klimakonferenz veröffentlicht wird, zeigt die Lücke zwischen den Zusagen der einzelnen Staaten und den Anforderungen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens auf. Die Lücke ist riesig und ist sogar weiter gewachsen. Damit die 2°C-Grenze nicht überschritten wird, müssten sich die Anstrengungen bis 2030 verdreifachen, für eine Einhaltung der 1,5 °C-Grenze müssten die Anstrengungen verfünffacht werden. Schon bis 2020 gilt es, die nationalen Klimaschutzbeiträge daher zu überarbeiten. GLOBAL 2000 sieht auch die EU gefordert: „Morgen wird die langfristige Klimaschutzstrategie der EU präsentiert. Für eine glaubwürdige Klimaschutzpolitik der EU benötigen wir Nullemissionen bis 2040 und eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 60 Prozent bis 2030. Es gilt jetzt Mut zu zeigen und das Richtige zu tun. Wir können nicht mehr auf die anderen zeigen, jetzt sind wir selbst dran, zu handeln“, fordert Wahlmüller entschlossene Taten.

Die österreichische Bundesregierung sieht GLOBAL 2000 ebenfalls in der Pflicht, einen wirksamen Klimaschutzplan vorzulegen. In Österreich sind die Treibhausgasemissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 nicht gesunken, sondern sogar gestiegen. Auch in den letzten Jahren gab es einen weiteren Anstieg der Treibhausgasemissionen. „Die Klima-Fieberkurve steigt weiter an, aber statt wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, unterstützt die Bundesregierung den Ausbau des Flughafens und diskutiert Tempo-Erhöhungen auf Autobahnen. Einen glaubwürdigen Plan, wie nur die Mindestziele der EU bis 2030 erreicht werden sollen, gibt es immer noch nicht. Dieser armselige Zustand der österreichischen Klimapolitik muss beendet werden! Bundesministerin Elisabeth Köstinger muss jetzt endlich wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen und die desaströse Klimapolitik Österreichs korrigieren“, fordert Wahlmüller abschließend.