PK Allianz Klimagerechtigkeit

Wien, am 15. November 2018 - Die UN-Klimakonferenz (COP24) von 2. bis 14. Dezember in Katowice (Polen) soll Meilensteine der globalen Klimapolitik setzen. Die Allianz für Klimagerechtigkeit, eine Plattform von 25 Umwelt-, Entwicklungs- und sozialen Organisationen, ruft die Österreichische Regierung auf, ihre globale Verantwortung als EU-Ratsvorsitz wahrzunehmen.

Der neue Klimabericht des IPCC zeigt, dass wir es noch schaffen können, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C einzugrenzen, dafür aber viel stärkere Anstrengungen notwendig sind. Global müssen bis spätestens 2050 die Netto-Emissionen auf Null gesenkt werden. Entwickelte Industrienationen müssen vorangehen und diese Marke deutlich früher schaffen. Schon bis 2030 ist es notwendig, dass die EU ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 60 Prozent reduziert und nicht um mindestens 40 Prozent, wie es derzeit der Plan ist. GLOBAL 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller fordert Österreich und die EU zum Handeln auf: „Österreich als EU-Ratsvorsitzland kommt bei der kommenden Klimakonferenz in Katowice eine besondere Verantwortung zu. Die wissenschaftlichen Fakten müssen anerkannt werden und auch die EU muss zusagen, dass sie ihre Klimaschutzpläne rasch nachbessert. Geschieht das nicht, schließt sich die Tür für ein rechtzeitiges Einschreiten gegen die größte Bedrohung für Mensch und Natur auf diesem Planeten schneller als uns allen lieb ist.“

„Die Klimaverhandlungen müssen die Stimmen der Indigenen Völker Amazoniens endlich berücksichtigen und die Expansion des Agro-Business sowie nicht nachhaltigen Konsum von Agrargütern stoppen, welche die Lunge der Erde zerstören“, fordert Pablo Solón, Direktor der bolivianischen NGO „Fundación Solón“. Anstatt auf gefährliche Technologien wie Speicherung von Kohlenstoff in der Erde oder Geoengineering zu setzen, brauchen wir systemische Alternativen zum Schutz ökologischer Kreisläufe. „Für die Bekämpfung der Klimakrise müssen wir heute auch die Demokratie stärken, welche durch unverantwortliche Politiker und große Konzerne in vielen Staaten in Gefahr ist“, führt Solón weiter aus.

„Die Klimaerwärmung heizt eine fatale Entwicklung weiter an: Krisen werden komplexer, der humanitäre Hilfsbedarf steigt und die Finanzierung kann dabei nicht mehr mithalten“, sagt Barbara Busch, Advocacy Advisor für Internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz. Der Ausweg kann nur sein, die Auswirkungen künftiger Krisen schon heute mit Katastrophenvorsorge zu verringern. „Wir fordern, dass sich Österreich für ein Ansteigen der bereitgestellten Gelder für Klimaschutz- und Klimaanpassung einsetzt – mit dem Ziel von 2020 bis 2025 jährlich eine Summe von 100 Milliarden Dollar zu erreichen. Das Geld muss lokalen Akteuren direkt zugänglich sein, da sie die nötigen Anpassungen am besten steuern können.“

Das erklärte Ziel in Katowice ist ein umfassendes Regelwerk zum Pariser Klimaabkommen zu beschließen, welches es Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern gleichermaßen ermöglicht, die Pariser Klimaziele schnellstmöglich zu erreichen. Martin Krenn, Sprecher der Allianz für Klimagerechtigkeit, zeigt auf: „Das Regelwerk wird die Zustimmung aller Staaten nur dann erhalten, wenn für ärmere Länder planbare finanzielle Unterstützung sichergestellt wird, um sowohl ihre Bevölkerung zu schützen, als auch ihre Treibhausgasemissionen zu minimieren.“ Derzeit klafft eine große Lücke zwischen den zugesagten 100 Milliarden USD ab 2020 und den tatsächlich von den Industriestaaten bereitgestellten Mitteln. „Die Hauptverursacher des Klimawandels – darunter auch die EU –  müssen sich klar zu ihrer finanziellen Verantwortung bekennen, anstatt die Mitverantwortung von Schwellenländern vorzuschieben“, appelliert Krenn an den EU-Ratsvorsitz.

Weitere Infos sowie Positionspapier der Allianz Klimagerechtigkeit unter www.klima-allianz.at