PRESSEINFORMATION

GLOBAL 2000: Österreichische Bundesregierung muss von der Slowakei eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Risiko-AKW Mochovce fordern!

Wien (23. April 2008). Anlässlich des 22. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl veranstalten österreichische Anti-Atom-Organisationen heute am Ballhausplatz eine Protestaktion gegen das AKW Mochovce unter dem Motto „Regierung aufwecken“. Die Sprecherin der Wiener Plattform Atomkraftfreie Zukunft, Maria Urban, sagt dazu: „Trotz massiver Gefährdung durch das grenznahe AKW Mochovce/Slowakei verharrt unsere Regierung im Tiefschlaf. Die österreichische Bundesregierung muss endlich aufwachen und der Slowakei gegenüber eine grenzüberschreitende UVP für Österreich und die Slowakei fordern!“

Die slowakische Regierung treibt den Ausbau der Reaktorblöcke 3 und 4 mit Hochdruck voran. Diese sollen nach einer völlig veralteten Technologie aus den siebziger Jahren und auf Basis einer Baugenehmigung von 1986 gebaut werden. Dadurch könnten gängige Sicherheitsstandards umgangen werden. Wenn die österreichische Bundesregierung nicht endlich handelt, dann steht Österreich bald vor vollendeten Tatsachen. Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, betont: „Auf europäischer Ebene wird momentan untersucht, ob das neue UVP-Gesetz der Slowakei mit der EU-UVP-Richtlinie überhaupt übereinstimmt. Österreich muss seine Bedenken gegenüber der slowakischen Vorgangsweise bei Atomprojekten daher endlich auch bei der Kommission in Brüssel deponieren!“

Die Organisationen zeigen sich überzeugt, dass eine grenzüberschreitende UVP demokratiepolitisch unbedingt notwendig ist. Darüber hinaus bekämen finanzierende Banken (wie etwa die Erste Bank in Österreich) mittels einer UVP die riskanten Fakten des AKW-Projekts präsentiert. Massiv kritisieren die Anti-Atom-Organisationen vor allem folgende Sicherheitsprobleme:
Das AKW Mochovce hat kein Containment.
Es besteht kein ausreichender Schutz vor Einwirkungen von Außen wie Flugzeugabsturz oder Raketenangriff.
Bisher besteht massive Unklarheit, ob Mochovce die Anforderungen an die Erdbebensicherheit erfüllen kann.
Die geplante Änderung des Brennstoffzyklus wird voraussichtlich das atomare Risiko deutlich erhöhen, wie eine GLOBAL 2000 Studie zeigt.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Anti-Atom-Sprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17

src="/module/media/data/global2000.at_archive/thumbs/thumb-4789.jpg"
img_4617.jpg

src="/module/media/data/global2000.at_archive/thumbs/thumb-4790.jpg"
img_4622.jpg

src="/module/media/data/global2000.at_archive/thumbs/thumb-4791.jpg"
img_4623.jpg