GLOBAL 2000 protestiert bei weißrussischer Botschaft und ersucht Außenminister Spindelegger um Unterstützung für das Recht auf freie Meinungsäußerung

Wien (24. Juli 2012) – Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert das autoritär regierte Weißrussland erneut dazu auf, den ungerechtfertigt inhaftierten Atomphysiker und Journalisten Andrey Ozharkovskiy umgehend frei zu lassen. Ozharkovskiy wurde letzten Mittwoch bei der friedlichen Übergabe einer Protestnote anlässlich der Unterzeichnung einer Kreditvereinbarung zwischen Russland und Weißrussland für einen AKW Neubau in Weißrussland gemeinsam mit drei weiteren AktivistInnen festgenommen. Die drei KollegInnen wurden inzwischen freigelassen, Ozharkovskiy befindet sich jedoch weiter unter ungeklärten Umständen in Haft. Bereits vergangene Woche protestierte GLOBAL 2000 gegen die Inhaftierung der befreundeten AKW-GegnerInnen in Minsk und verlangte von der weißrussischen Botschaft in Wien dringende Aufklärung.

„Bis jetzt hat es die Botschaft nicht für nötig befunden, Stellung zum undemokratischen Vorgehen der weißrussischen Behörden zu beziehen“, berichtet Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000. „Ich habe gestern auch direkt bei der weißrussischen Botschaft versucht, nähere Hintergründe zu den Verhaftungen zu erfahren. Es wurden aber alle Auskünfte verweigert.“ GLOBAL 2000 vermutet, dass es sich bei den Festnahmen von Irina Sukhy, Tatjana Novikova, Andrey Ozharkovskiy und Michael Matskevich, vergangenen Mittwoch in Minsk, um weitere Einschüchterungsversuche des totalitären Systems gegen die breite Anti-Atom-Bewegung in Weißrussland handelt. „Es ist ein Skandal, wie hier mit friedlich agierenden Personen umgesprungen wird, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben“, ärgert sich Kastenhofer. „Wir fordern die dringende Freilassung von Ozharkovskiy und eine sofortige Aufklärung der Situation.

GLOBAL 2000 ersucht auch Außenminister Spindelegger, sich für das Recht auf freie Meinungsäußerung und für die Freilassung des politisch motiviert verhafteten Ozharkovskiy einsetzen!“ Das geplante und für Weißrussland erste AKW nahe Astravets (Bezirk Grodno), unweit der litauischen Grenze, soll innerhalb von acht Jahren mittels russischer Finanzierung gebaut werden. Innerhalb der EU gibt es massive Bedenken gegen den Neubau eines AKWs in einem Gebiet, in dem die katastrophalen Auswirkungen Tschernobyls noch immer massiv spürbar sind. „Nach den Super-GAUs von Tschernobyl und Fukushima sind vorausschauende Proteste gegen drohende atomare Katastrophen unbedingt ernst zu nehmen. Gerade Fukushima hat ganz klar aufgezeigt, was passiert, wenn Bedenken gegen diese Hochrisikotechnologie unterdrückt werden“, sagt Kastenhofer abschließend.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria Pressesprecherin: Mag. Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699 14 2000 26

Geschäftsführer: Dr. Klaus Kastenhofer, Tel.: 069914 2000 32