Glyphosat

Eine Woche vor der möglicherweise entscheidenden Abstimmung über die Wiederzulassung des Pestizids Glyphosat am 27. November 2017 haben VertreterInnen der Europäischen Bürgerinitiative „Stop Glyphosat“ heute in einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission ihre Forderungen präsentiert. Dr. Helmut Burtscher, Biochemiker der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, Autor des Sachbuchs "Die Akte Glyphosat" und Mit-Iniator der Bürgerinitiative sprach für die EBI vor dem Europäischen Parlament und der EU-Kommission: „Für eine Wiederzulassung von Glyphosat fehlt jede rechtliche Grundlage. Die Zulassung muss deshalb enden.“

Weit über eine Million EU-BürgerInnen haben mit ihrer Unterschrift unter die Bürgerinitiative diese Anhörung erkämpft und fordern, die Glyphosat-Zulassung zum 15. Dezember 2017 auslaufen zu lassen, ein transparenteres Zulassungsverfahren für Pestizide in der EU einzuführen und eine generelle Reduzierung des Pestizideinsatzes in Europa vorzunehmen.

Bereits zwei Mal ist die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag einer Glyphosat-Wiederzulassung bei den Mitgliedsstaaten gescheitert – zuletzt mit ihrem Vorschlag einer Wiederzulassung für fünf Jahre.

Dr. Helmut Burtscher: "Nachdem offenkundig wurde, dass die europäischen Kontrollbehörden BfR und EFSA keine unabhängige Gefahrenbewertung des Pestizids vorgenommen, sondern "ihre" Bewertung in entscheidenden Teilen von Monsanto fast wortwörtlich übernommen haben, hat eine Wiederzulassung keine wissenschaftliche Basis. Zudem stützt sich die vermeintliche Unbedenklichkeit von Glyphosat auf geheime Industriestudien, die nicht von Dritten überprüft werden können. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Die EU-Kommission muss deshalb die Notbremse ziehen.“

„Der heutige Tag ist ein großer Erfolg der europäischen Zivilgesellschaft und zeigt, dass wir gemeinsam einer einseitig auf Konzern-Interessen fokussierten Politik etwas entgegensetzen können. Das wurde aber erst möglich durch die Unterstützung so vieler BürgerInnen in ganz Europa und Österreich“, so Nikolai Miron, Koordinator der Bürgerinitiative in Österreich und Leiter des digitalen Campaignings bei GLOBAL 2000.