Die von GLOBAL 2000 durchgeführten Pestizidtesteinkäufe haben mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt, dass HobbygärtnerInnen (selbst auf Anfrage) in Gartencentern, Baumärkten und Raiffeisen Lagerhäusern keine korrekten Informationen über Gefahren und Risiken für Umwelt und Gesundheit sowie über empfohlene Schutzvorkehrungen erwarten können.

Dass die Industriegruppe Pflanzenschutz (IGP) diese eklatanten Missstände in einer Aussendung zu verteidigen versucht und auf den "Beipackzettel" verweist, der ja alle wesentlichen Gefahrenhinweise enthalte, ist absurd. Schließlich waren es ja gerade die im ersten Pestizideinkaufstest von 2013 aufgezeigten Schwächen bei Information und Beratung, die Landwirtschaftsminister Berlakovich dazu veranlasst hatten, per Verordnung den Verkauf von Pestiziden über Selbstbedienung und Lebensmitteleinzelhandel zu unterbinden.

Mit dieser Gesetzesänderung schuf er die Voraussetzungen für eine kompetente Information der KonsumentInnen. Die von der IGP ins Rennen geführten Beipackzettel waren hingegen schon damals in allen Produkten enthalten. "Es ist enttäuschend, dass die Interessensvertreter der Pestizidindustrie sich darauf herausreden möchten, dass Gefahren und Risiken eh im Kleingedruckten nachgelesen werden können, anstatt sich ernsthaft mit den von GLOBAL 2000 aufgedeckten Missständen auseinander zu setzen und über Lösungswege nachzudenken", sagt DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000. "Will die Interessensvertretung der Pestizidindustrie allen Ernstes eine Situation verteidigen, in der Hobbygärtnerinnen und -gärtnern das gleiche Pestizid, für das ein Landwirt laut amtlichem Pflanzenschutzregister Schutzanzug, Schutzbrille und Atemschutz (!) benötigt, als völlig unproblematisch ausgehändigt wird - wie mehrfach in unseren Testeinkäufen dokumentiert?!" Der ernste Hintergrund des Testeinkaufs muss auch von den Herstellern der Produkte anerkannt werden. Das wäre zumindest ein erster Beitrag zu einer Verbesserung der Beratungssituation über gefährliche Pestizide.

Grundsätzlich ist GLOBAL 2000 der Auffassung, dass chemische Pestizide im Privatgarten fehl am Platz sind und biologischen Pflanzenschutzmitteln der Vorzug gegeben werden soll - zum Wohl von Umwelt, Mensch und Gesundheit.