Im Lebensmittelbereich wird der Einsatz von Pestiziden über klare Rückstands-Grenzwerte streng reglementiert. Im Gartenbau hat der Gesetzgeber bisher keine Richtlinien vorgegeben. Diesen Zustand beendet bellaflora durch den ersten, gemeinsam mit der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 entwickelten Grenzwertkatalog für Pestizide im Gartenbau.

Mit 26 Standorten, 500 Mitarbeitern und einem Nettoumsatz von 83,5 Mio. Euro im Jahr 2016 ist bellaflora Österreichs größtes Handelsunternehmen im Gartenbau. „Diese Größe bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung und enorme Chancen für nachhaltige Entwicklung“, betont bellaflora Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl. Besonders große Hebelwirkung sieht er in der Zusammenarbeit mit den Pflanzenlieferanten, überwiegend österreichischen Gärtnereien. Gemeinsam mit ihnen wird bellaflora in den kommenden Jahren den Einsatz von Pestiziden in der Pflanzenkultivierung signifikant reduzieren.

Dreh- und Angelpunkt dieses Programmes ist der neu geschaffene Grenzwertkatalog. Für die Ausarbeitung dieses Katalogs hat GLOBAL 2000 jene 550 Pestizide bewertet, die besonders intensiv im Gartenbau genutzt werden und/oder besonders bedenkliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Ziel ist die Gesamtbelastung für Mensch und die Umwelt zu reduzieren. Deshalb umfasst der Grenzwertkatalog auch das gesamte bellaflora Pflanzensortiment. Einzige Ausnahme sind biologisch kultivierte Pflanzen, wo die Richtlinien der biologischen Landwirtschaft Anwendung finden.

„Pestizide verteilen sich bei deren Einsatz z.B. durch Abdrift oder Auswaschung weiträumig in der Umwelt, was zu erheblichen Belastungen des Naturhaushalts führt“, erklärt Mag. Dominik Linhard von GLOBAL 2000. „Außerdem können die Pestizidrückstände auf den Pflanzen auch noch im Hausgarten ein Problem für Bestäuber wie Bienen oder Schmetterlinge darstellen. Der Grenzwertkatalog von bellaflora zielt darauf ab, sowohl die Umweltbelastungen bei der Produktion der Pflanzen als auch die Rückstände auf den verkaufsfertigen Pflanzen zu reduzieren. Wir haben die Richtlinien so konzipiert, dass sie von Lieferanten und Produzenten als Werkzeug für ihre tägliche Arbeit genutzt werden können.“

Im Februar 2017 hat bellaflora alle Pflanzenlieferanten über den neuen Grenzwertkatalog informiert und eingeladen, diesen ab sofort in den Kulturen anzuwenden. Auch wenn eine gewisse Umstellungszeit für die Gärtnereien einkalkuliert werden muss, hat bellaflora bereits mit laufenden Beprobungen und Analysen zum Nachweis der Grenzwerte begonnen.

Bilder von der Pressekonferenz finden Sie unter: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/8838