Honigbiene (c) Wolfgang Ströbl

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat heute drei Berichte über die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Toxizität für Bienen der drei Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin veröffentlicht. Die Behörde hebt hervor, dass die meisten Studien zeigen, dass Neonicotinoide sich negativ auf die Gesundheit der Bienen auswirken, da sie ihre Orientierungsfähigkeit, beziehungsweise ihre Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

"Die aktuelle EFSA-Bewertung bestätigt im Wesentlichen die Erkenntnisse aus einem ersten Bericht vom November 2016, der damals die EU-Kommission dazu veranlasst hatte, ein Verbot sämtlicher Freilandanwendungen der drei für Bienen am giftigsten Neonicotinoide vorzuschlagen“, erklärt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: "Am 24. März werden die europäischen Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben, dieses Verbot zu beschließen. Angesichts des dramatischen Fortschreitendens des Bienensterbens ist es dringend nötig, dass Landwirtschaftsministerin Köstinger ein klares Bekenntnis zu dem vorgeschlagenen Totalverbot ablegt.“

Das Bienensterben bedroht massiv den Wirtschafts- und Landwirtschaftsstandort Österreich. Der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung der Bienen beträgt in Östereich 900 Millionen Euro, europaweit liegt er bei etwa 15 Milliarden Euro. Ohne die Bestäubung der Bienen würde der Ertrag folgender Früchte um 40%-90% sinken: Apfel, Birne, Zwetschke, Schledorn, Gurke, Zucchini, Kürbis, Pfirsich, Nektarine, Kirschen, Marille, Weichsel, Himbeere, Brombeere, Heidelbeere.

„Vor fünfzehn Jahren hatte GLOBAL 2000 erstmals vor einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und Neonicotinoiden gewarnt. Vor zehn Jahren forderten wir gemeinsam mit dem österreichischen Imker- und Erwerbsimkerbund ein Neonicotinoid-Verbot bei Mais und Raps. Vor fünf Jahren traten erste Teilverbote europaweit in Kraft. Jetzt ist es an der Zeit dieses Kapitel endgütltig zu schließen“, so Burtscher abschließend.