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GLOBAL 2000 zu Urteil: Kein Anbau von Gentechnik, auch zum Schutz der Imker

Wien (3. Juni 2008). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 wertet das jüngste Urteils des Augsburger Verwaltungsgerichtes als weiteren juristischen Beleg für die Risiken der Gentechnik in der Landwirtschaft. Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass Honig mit Pollen des Gentech-Mais von Monsanto (MON810) nicht verkauft werden darf. „Schon die geringen Anbauflächen in Deutschland gefährden die Imker in ihrer Substanz. Gentechnik in der Landwirtschaft verwandelt gesunde Produkte wie Honig zu einem unverkäuflichen Produkt. Nur ein Anbauverbot, wie es noch in Österreich besteht, ist ein wirkungsvoller Schutz für die Imker. Dies gilt es zu festigen und auszuweiten“, fordert Jens Karg, Gentechniksprecher von GLOBAL 2000.

In Bayern wird der Gentech-Mais MON810 angebaut, der nur als Futtermittel, nicht aber als Lebensmittel zugelassen ist. Pollen von diesem Mais, den die Bienen in ihren Stock schleppen, darf deshalb selbst in geringsten Mengen nicht in den Honig gelangen. Sonst darf der Honig nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Augsburg nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden. Laut Urteil hat der Imker jedoch keinen rechtlichen Schutzanspruch gegen den Anbau des Monsanto-Mais. „Es kann doch nicht sein, dass Biotech-Firmen ihre Risikoprodukte auf den Acker bringen und dann die Imker dafür die Zeche bezahlen müssen. Wir brauchen ein klares Schutzgesetz in Europa, das den Verursacher für auftretende Schäden durch Gentechnik haftbar macht. Der Gesetzgeber darf nicht zur Lobby-Organisation für die Profitinteressen der Biotech-Firmen werden, sondern muss das Recht auf gesunde gentechnikfreie Lebensmittel durchsetzen“, so Karg. Sollten die Imker keinen ausreichenden Rechtsschutz erhalten, sind sie in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Ohne Imker käme es zu Bienen leeren Landschaften, was nicht abzusehende Konsequenzen für Mensch und Natur mit sich brächte. Beispielsweise wäre ein Bestäubungsnotstand die Folge. Dieser wiederum führt zu einer Artenverarmung bei Wildpflanzen. „Die Frage der Verunreinigungen muss auf EU-Ebene geklärt werden. Ziel der Gesetzgebung muss die Sicherung einer garantiert gentechnikfreien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sein. Das heißt: Diejenigen, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) einsetzen, müssen eine Null-Kontamination garantieren mit allen Haftungskonsequenzen – das ist ein klarer Handlungsauftrag für Minister Pröll“, so Karg abschließend.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Gentechniksprecher: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20