UmweltschützerInnen fordern von EU und Industriestaaten 40 Prozent Emissionsreduktion bis 2020

Wien/Kopenhagen (11.Dezember 2009). Seit einer Woche finden in Kopenhagen Verhandlungen über die wichtigen Fragen zum Schutz des Weltklimas statt. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht im bisherigen Verlauf wenig Grund für Optimismus. "Wie auf einem Basar wird von den Delegationen um die Zukunft unseres Planeten geschachert. Die Fragen der Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen und des Waldschutzes sind ungeklärt. Wir hinken derzeit leider den ökologischen Notwendigkeiten hinterher. Detailfragen führen zu Blockaden", kommentiert Manuel Graf, Klimasprecher von GLOBAL 2000 den Stand der Verhandlung. Auch Österreich spielt hier in den Augen der UmweltschützerInnen eine unrühmliche Rolle. Mit einer Blockade der Verhandlung über die Anrechnung von Waldemissionen, begibt sich die heimische Delegation auf die Seite der Klimaschutz-Bremser. "Österreich will sich seine sinkende Biomasse und die damit geringere CO2-Speicherfähigkeit der heimischen Wälder nicht anrechnen lassen. Was national vielleicht noch verständlich ist, droht hier einen wichtigen Teil des globalen Klimaabkommens zu torpedieren", so Graf.

Industrienationen werden Verantwortung nicht gerecht

Für die Verhandlungsblockade verantwortlich sind vor allem die reichen Industrieländer. "Wir werden unserer historischen Verantwortung als Verursacher des Klimawandels nicht gerecht. Wenn nicht Bewegung in die Position der Industrienationen kommt, werden wir das zwei Grad-Ziel nicht erreichen können", warnt Graf. Bei den Emissionszielen liegen die derzeitigen Verhandlungsangebote weit hinter der wissenschaftlich notwendigen Reduktion von 40 Prozent bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990.

Offene Fragen bei der Finanzierung

Auch bei der Finanzierung gibt es keine Zugeständnisse für die mittel- und langfristige finanzielle Unterstützung der Entwicklungsländer bei deren Klimaschutz-Anstrengungen. Bei den bisher genannten Zahlen ist es unklar, ob sie frisches Geld darstellen oder evtl. mit Entwicklungshilfe-Geldern verrechnet werden. "Die Industriestaaten haben offensichtlich noch nicht begriffen, dass sie sich nicht bei einer internationalen Handelskonferenz befinden, sondern gemeinsam Lösungen gegen den drohenden Klimawandel finden müssen. Hier geht es nicht um 'gibst du mir, geb ich dir'-, sondern um Klimaschutz mit klaren Zuständigkeiten", so Graf abschließend.

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, E-Mail: presse@global2000.at