Eiswürfel

Wien, am 29. Mai 2017Im Rahmen des diesjährigen Klima-Schwerpunktes von ORF MUTTER ERDE präsentiert die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 nun den dritten Teil der neuen Kurzstudien-Serie „Was wäre, wenn...?“ mit dem Thema Hausbau in Österreich. Dabei wird der Frage nachgegangen, was es für unser Klima bringen würde, wenn nur noch Wohneinheiten im Passivhaus-Standard errichtet würden. Das Ergebnis ist beeindruckend: Würden alle neu gebauten Wohneinheiten in Österreich Passivhaus-Standard haben, so würde dies in Summe 15 Millionen Tonnen CO2-Einsparung bis 2050 bedeuten. Das entspricht etwa einem Fünftel der jährlichen CO2-Emissionen Österreichs. Angenommen wurde hier eine Lebensdauer von 50 Jahren pro Wohneinheit. „Das zeigt, dass es enorm wichtig ist, wie wir unsere Gebäude errichten. Auch wenn im Neubau bereits einiges passiert ist, können wir gut und gerne nochmal zwei Drittel der benötigten Energie mit erprobten und funktionierenden Konzepten einsparen“, erklärt Bernhard Wohner, Nachhaltigkeitsexperte bei GLOBAL 2000.

Dringender Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Umweltschutzorganisation auch bei der Sanierungsrate bestehender Gebäude, die derzeit magere 0,5 Prozent beträgt. Eine Anhebung der Sanierungsrate auf drei Prozent ist das erklärte Ziel der österreichischen Energiestrategie schon bis 2020. Das würde nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation bereits kurzfristig viel bringen: Eine Erhöhung der Sanierungsrate auf drei Prozent, gekoppelt mit einer Verbesserung der Sanierungsqualität auf 25 kWh/m² und Jahr würde bis 2030 5,9 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht den CO2-Emissionen, die bei 750.000 Erdumrundungen mit dem Auto entstehen würden. „Wir brauchen in allen Bundesländern eine neue Sanierungsoffensive, denn nur so können wir unser Klima schützen, Jobs schaffen und die Wirtschaft beleben, zögern wir nicht länger“, betont Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Eisblockwette abgeschlossen: Strahlender Gewinner ist das Passivhaus

Dazu passend werden heute auch die Ergebnisse der „Eisblockwette“ präsentiert. Eine halbe Tonne Eis schmolz seit Mitte April in zwei Mini-Häusern an der Messe Wien. Eines der Häuser war im Passivhaus-Standard, eines in Standardbauweise errichtet worden. Der Eisblock im Standardhaus hielt nicht einmal vier Wochen stand und schmolz vor dem Muttertag endgültig dahin. Der Eisblock im Passivhaus hat den schlussendlich sommerlichen Außentemperaturen mehr als 60 Prozent länger standgehalten. Nach eineinhalb Monaten waren immer noch 20 kg Eis übrig. „Dies macht deutlich, dass energieeffizientes Bauen sich sowohl für eine hohe Behaglichkeit im Winter als auch im Sommer auszahlt. Das Passivhaus schützt auch im Sommer viel besser vor Überhitzung, heizt aber andererseits nicht den Klimawandel an. Und all diese Maßnahmen rechnen sich und sichern dauerhaft leistbares Wohnen“, sagt Günter Lang, Leiter von Passivhaus Austria.

Die GLOBAL 2000-Reihe „Was wäre, wenn...“? stellt dabei die wichtigsten Fakten rund um das Thema Klimaschutz dar und zeigt, wie einfach sich die Welt zum Positiven verändern ließe, wenn wir bei Wohnen, Ernährung, Konsum und Mobilität umdenken und einen besseren, ökologischeren Weg einschlagen würden. Diese Reihe soll Bewusstsein darüber schaffen, dass wir etwas ändern können und müssen, denn jeder und jede von uns hat es in der Hand.

Hier geht's zur Studie „Was wäre, wenn wir besser Häusl bauen?“

Nähere Infos zum ORF MUTTER ERDE-Schwerpunkt finden Sie unter www.muttererde.at

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Bild des Benutzers Lydia Matzka-Saboi