GLOBAL 2000 kommentiert Reform als nicht ausreichend

Wien, 20.3.2013: In der vergangenen Nacht kam es im EU-Ministerrat zu einer Einigung in Bezug auf die Europäische Agrarreform. Heidemarie Porstner, Agrarsprecherin von GLOBAL 2000, kommentiert: "Die ursprüngliche Idee der Reform, Landwirtschaft in Europa generell nachhaltiger und ökologischer zu gestalten, wurde durch diverse Änderungsanträge weitgehend aufgeweicht. Von einer Neuorientierung in Richtung Nachhaltigkeit und Ökologisierung ist man dadurch leider immer noch weit entfernt." Zwar werden jetzt dreißig Prozent der Direktzahlungen an die sogenannte Greening-Maßnahmen geknüpft, aus Sicht von GLOBAL 2000 wäre aber eine hundertprozentige Bindung notwendig gewesen, um wirklich eine Wende in der Landwirtschaft einzuleiten.

Die so wichtigen ökologischen Vorrangflächen wurden auf fünf Prozent angehoben (der Agrarausschuss hatte drei Prozent gefordert). Diese Flächen sollen dazu dienen, die Biodiversität in Europa auch in der Landwirtschaft zu fördern. Porstner betont: "Die Europäische Union hat sich als Ziel gesetzt, die Biodiversität bis 2020 um 15 Prozent anzuheben. Mit einer Anhebung der Vorrangflächen auf nur fünf Prozent geht sich das aber rein rechnerisch nicht aus. Außerdem sollen die Flächen nicht der Natur, beispielsweise in Form von Blühstreifen, zurückgegeben werden, sondern lediglich mit nachhaltigeren Anbauweisen weiterhin bewirtschaftet werden. Um wirklich die Biodiversität zu fördern, sind mindestens zehn Prozent Vorrangflächen notwendig." Dass es nur zu einer Einigung auf fünf Prozent kam, ist für Porstner enttäuschend: "Die entsprechenden Forderungen sind recht klar auf die Agrarlobby zurückzuführen. Auch in Österreich sieht man diese Flächen als Verlust für Produktivität der Landwirtschaft und spricht fälschlicherweise von Flächenstillegung."

Bis Juni soll es gemeinsam mit dem Europäischen Parlament eine endgültige Einigung für die GAP 2014-20 geben. "Hoffnung auf eine wirklich ökologische Landwirtschaft wird es wohl erst wieder für die nächste Agrarreform nach 2020 geben", zeigt sich Porstner enttäuscht.