GLOBAL 2000 warnt: 1000 Jahre strahlender Müll und keine Lösung in Sicht!

(Wien, 3. November 2010). In Brüssel präsentiert EU-Energiekommissar Günther Oettinger heute die Atommüllrichtlinie der EU, die angeblich das größte offene Problem der Atomkraftnutzung lösen soll. Die 14 Staaten in der Europäischen Union, in denen Atomkraftwerke stehen, sollen einen Fahrplan für den Bau von Endlagern aufstellen. „Wir häufen seit Jahrzehnten hoch radioaktiven Müll an, der Jahrtausende strahlt und wir haben weder ein Endlager noch ausreichende Finanzmittel sichergestellt, um mit dieser Bürde für die kommenden Generationen umzugehen“ skizziert Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Experte von GLOBAL 2000 die Situation. Im Frühjahr hatte eine Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission ergeben, dass 82 Prozent der EuropäerInnen dafür sind, dass die Entsorgung von radioaktiven Abfällen europäisch geregelt wird. Seit Monaten wurde unter größter Geheimhaltung an der Richtlinie zu Atommüll gearbeitet.

„Die Richtlinie wird sicher nicht dazu führen, dass Industrie und Atomstaaten sich ihrer Verantwortung schlagartig bewusst werden und deshalb die erforderlichen Maßnahmen setzen. Die Richtlinie macht nur die bereits angewendeten Grundsätze der IAEA- Konventionen rechtlich einklagbar. Damit entspricht der Entwurf den Erwartungen, er ist ein Papiertiger! Eine Scheinmaßnahme, um der Öffentlichkeit vor zu gaukeln, dass an einer europäischen Lösung gearbeitet würde. Letztendlich will man jedoch nur den Weg für weitere Atomförderungen frei machen“, analysiert Uhrig.

„Angesichts der völligen Ratlosigkeit bei der Atommüllentsorgung kann die Atomenergie keinen Platz in einer zukunftsfähigen Energieversorgung haben. Alle weiteren Rettungsversuche dieser Risikotechnologie müssen verhindert werden“, so Uhrig.

GLOBAL 2000 wird am kommenden Wochenende an den Blockaden in Gorleben (Deutschland) teilnehmen. Für den als Endlager avisierten ehemaligen Salzstock ist schon heute die Verbindung zum Grundwasser und damit eine massive Bedrohung für die Bevölkerung auf Jahrtausende hinaus erwiesen.

GLOBAL 2000-Analyse der Richtlinie: src="module/cms/admin/image/placeholder_pdf.png"

 

Kontakt:

Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20 Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23 presse@global2000.at