Wien, am 17. Jänner 2018 - Heute hat das EU-Parlament über seine Positionierung zum „Clean Energy Package“ entschieden, das in den nächsten Monaten mit dem Europäischen Rat und der EU-Kommission verhandelt wird. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht die heutigen Beschlüsse wenig ambitioniert: „Europa zeigt sich wenig ehrgeizig bei der Umsetzung der Energiewende. Mit den heute gefassten Beschlüssen gehen wir am Notwendigen vorbei und bleiben weit unter unseren Möglichkeiten. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfordern viel mehr Entschlossenheit von Europa. Sowohl der Ausbau erneuerbarer Energie als auch die Steigerung der Energieeffizienz muss viel beherzter angegangen werden“, betont Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Konkret hat sich das EU-Parlament heute für eine Steigerung der Energieeffizienz in Europa um 35 Prozent bis 2030 ausgesprochen. Das ist eine Abschwächung der bisherigen Position einer Steigerung um 40 Prozent, die erst vor kurzem im Industrieausschuss bestätigt wurde. Gleichzeitig spricht sich das Europaparlament für einen Ausbau erneuerbarer Energie um 35 Prozent bis 2030 aus, auch das liegt weit unter den Möglichkeiten. Studien zeigen, dass europaweit ein Anteil erneuerbarer Energie von mindestens 45 Prozent möglich wäre. Beide Ziele des Europaparlaments gehen aber über die Vorschläge der EU-Kommission hinaus, die den Anteil erneuerbarer Energie lediglich auf 27 Prozent bis 2030 steigern will – was eine Verlangsamung des bisherigen Ausbautempos bedeuten würde. „Die österreichische Bundesregierung ist jetzt aufgefordert, sich vehement für das Vorantreiben der Energiewende in Europa einzusetzen. Es braucht mehr Ehrgeiz und Ambition bei diesem wichtigen Thema für Europa und die Welt“, so Wahlmüller abschließend.