Wien/Straßburg, am 10. Dezember 2013: Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der Verein zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt, ARCHE NOAH begrüßen den Vorstoß der EU-Abgeordneten Elisabeth Köstinger (ÖVP), die EU-Saatgutverordnung gänzlich abzulehnen. Eine Zurückweisung des Entwurfes an die EU-Kommission durch den Agrarausschuss würde bedeuten, dass dieser zur Gänze überarbeitet werden muss. „Die Verordnung ist in ihrer heutigen Version eine völlige Themenverfehlung. Die Verordnung diskriminiert Vielfaltssorten von Obst, Gemüse und Getreide und bringt eine Bürokratielawine mit sich, über die sich nur die Industrie freuen kann“, sagt Heidemarie Porstner, Agrarsprecherin bei GLOBAL 2000. „Der Agrarausschuss wäre gut beraten, den Vorschlag gänzlich abzulehnen. Wir brauchen eine völlige Neuausrichtung des Saat- und Pflanzgutverkehrsrechts in Europa“, fordert Porstner.

Iga Niznik, Referentin bei der ARCHE NOAH, fasst zusammen: „Die EU-Saatgutverordnung zäumt das Pferd von hinten auf: Vielfaltssorten von Gemüse, Getreide und Obst werden diskriminiert und in winzige Nischen verbannt. Doch industrielle Einheitspflanzen als einzig anerkannter Standard treiben uns in eine ökologische und ernährungspolitische Sackgasse und gefährden die Ernährungssicherheit zukünftiger Generationen. Wir setzen uns dafür ein, dass Vielfaltspflanzen weiterhin das Recht haben, sich unter fairen Bedingungen zu beweisen.“

Niznik schildert die Stimmung im EU-Parlament: „Wir haben in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Europaabgeordneten aus verschiedenen Fraktionen und Ländern gesprochen. Niemand unter den ParlamentarInnen will diese Verordnung, so wie sie jetzt auf dem Tisch liegt. Beklagt haben sich die PolitikerInnen vor allem über das hohe Tempo, das sorgfältige Arbeit behindert. Jetzt haben die Abgeordneten Gelegenheit zu beweisen, dass sie echte Vielfalt an Pflanzen und Akteuren wollen.“

„Mittlerweile haben rund 285.000 Menschen unsere Petition auf www.freievielfalt.at unterstützt. Man kann weiterhin unterzeichnen“, sagt Porstner.

Nach dem derzeitigen Fahrplan soll der Agrarausschuss Anfang Februar über die Verordnung abstimmen. Eine Zurückweisung des Vorschlags an die Kommission hätte zur Folge, dass ein neuer Entwurf des Saat- und Pflanzgutverkehrsrechts nicht vor der EU-Wahl vorgelegt werden wird. 

 

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000-Pressesprecherinnen: Mag. Lydia Matzka-Saboi & Mag. Susanna Schlöglhofer, Tel.: 0699/14 2000 26 und 0699/14 2000 68

GLOBAL 2000-Agrarsprecherin: Heidemarie Porstner, Tel.: 0699/14 2000 52

ARCHE NOAH Saatgut - Referentin: Iga Niznik, Tel.: 0650/999 13 05, E-Mail: iga.niznik@arche-noah.at